Aufregung in Neukölln: An der Carl-Zuckmayer-Schule sollten alle Kinder verpflichtend an einem muslimischen Ramadan-Festessen, dem sogenannten Fastenbrechen (Iftar), teilnehmen. Wie die „Bild“-Zeitung berichtete, erhielten Kinder und Eltern der siebten Klasse ein entsprechendes Schreiben.

In dem Brief steht: „Liebe Schüler, liebe Eltern, ich möchte Sie darüber informieren, dass wir in der Schule einen Iftar (Fastenbrechen) veranstalten. Das heißt, Ihr Kind wird von 17.30 Uhr bis 20 Uhr in der Schule sein. Dafür ist es wichtig, dass Sie etwas mitbringen. Wir haben gemeinsam eine Essensliste erstellt. Dieses Treffen ist verpflichtend, da wir dafür einen anderen Unterricht ausfallen lassen.“ Als Datum wird Freitag, der 28. März 2025 angegeben.

„Selbstverständlich war eine Teilnahme an dem Fest nicht verpflichtend und die Schule hat dieses Missverständnis unmittelbar klargestellt. Wir sind uns einig darin, dass Schule ein Ort der religiösen Neutralität ist“, betonte Bezirksbürgermeister Martin Hikel (SPD) auf Anfrage der Berliner Morgenpost und nach Austausch mit der Schulleiterin. Ramadan sei ein religiöses Fest, das wie andere Feste auch viele Menschen in Neukölln verbinde. „Deshalb finde ich es richtig, dass es auch in Schulen Angebote gibt, Feste wie Weihnachten und Ostern, Chanukka oder Ramadan zu feiern, das ist in Neukölln ganz normal“, so Hikel. „Aber keines dieser Feste kann und darf verpflichtend sein.“

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Einige Eltern hatten die Pflicht-Veranstaltung kritisiert. „Weihnachten wird nichts an der Schule gefeiert, Ostern auch nicht, – zu keinem der christlichen Feiertage in Deutsch gibt es Pflicht-Veranstaltungen“, beschwerte sich ein Vater gegenüber der „Bild“-Zeitung. „Aber zum Ramadan müssen unsere Kinder antreten, wo leben wir denn?“

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Auf Anfrage der „Bild“-Zeitung reagierte die Senatsverwaltung für Bildung. „Grundsätzlich gilt für staatliche Schulen in Berlin das Neutralitätsgebot. Die Teilnahme an religiösen Veranstaltungen ist für Schülerinnen und Schüler nicht verpflichtend. Nach Rücksprache mit der regionalen Schulaufsicht und der Schule wurde klargestellt, dass die Teilnahme an der Veranstaltung ausdrücklich freiwillig ist und auch kein Unterricht entfällt.“

Um weiteren Missverständnissen vorzubeugen, habe die Schule das Elternschreiben entsprechend korrigiert und erneut versendet. Die Integrierte Sekundarschule wollte sich nicht äußern. Ein Mitarbeiter verwies auf eine an die Bildungsverwaltung geschickte Stellungnahme.

JP/dpa