Gökhan Gültekin. Sedat Gürbüz. Said Nesar Hashemi. Mercedes Kierpacz. Hamza Kurtović. Vili-Viorel Păun. Fatih Saraçoğlu. Ferhat Unvar. Kaloyan Velkov. Sie alle starben am 19. Februar 2020 im hessischen Hanau. Ermordet von einem Rechtsextremen, der auch seine Mutter und schließlich sich selbst erschoss. Am Mittwoch jährte sich der Anschlag von Hanau zum fünften Mal.

In Neukölln fand anlässlich des Jahrestags eine Gedenkveranstaltung und Demonstration statt, organisiert vom linken Netzwerk Migrantifa Berlin. Von der High-Deck-Siedlung zogen die Demonstranten über die Sonnenallee bis zum Karl-Marx-Platz. Begleitet von einem massiven Polizeiaufgebot. Rund um die Sonnenallee eskalierte die Situation zwischen Polizei und den Demonstranten.

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Nicht nur Hanau war Thema beim Gedenken in Neukölln. Schon vor der Demo hatte die Migrantifa auf Instagram ein Banner mit der Aufschrift „Von Hanau bis nach Gaza, an euren Händen klebt Blut“ gepostet. Viele Demonstrierende trugen Palästinensertücher. Auch die Auflagen der Polizei Berlin bezogen sich explizit auf den Nahostkonflikt, etwa auf den verbotenen Spruch „From the River to the Sea“. In Redebeiträgen wurde der Konflikt immer wieder thematisiert.

Das linke Netzwerk Migrantifa hatte die Demo organisiert.
Das linke Netzwerk Migrantifa hatte die Demo organisiert.© Oskar Paul | Oskar Paul

Der Demozug setzte sich nur langsam in Bewegung. Vorneweg liefen Demonstranten mit Spruchbändern und Leuchtschildern. Auf Schildern mit Leuchtketten standen u.a. die Namen der Getöteten. Zu Beginn der Demo wurden diese verlesen. „Wir könnten unsere Trauer und Wut teilen“, sagte ein Aktivist in einer kämpferischen Rede, bevor sich die Masse schließlich in Bewegung setzte.

Gegen halb neun kommt es zum Handgemenge zwischen Polizei und Demonstranten

Gegen halb Neun wurde es im hinteren Teil des Demozugs auf einmal hitzig. Die Polizeikräfte liefen eng neben den Demonstranten, zu eng, klagten diese. Die Polizei zog Helme auf, die Demonstranten hakten sich unter. Am Rande lieferten sich Demonstranten Wortgefechte mit Polizisten. „Viva Viva Palästina“, skandierten einige, genauso wie „Wo, wo, wo wart ihr in Hanau?“ Dann zogen die Polizisten einen Demonstranten aus der Menge. Warum, war für den Morgenpost-Reporter nicht erkennbar. Es folgte ein Handgemenge.

Immer mehr Polizisten sammelten sich um die Demonstranten. Nur langsam wälzte sich der Demozug über die Sonnenallee weiter. Im hinteren Teil ging es in Sprechchören immer öfter um Palästina als um Hanau. Es kam erneut zu Schubsereien zwischen Polizei und Demonstranten. Schreie hallten über die Sonnenallee. Die Demo teilte sich kurz, bevor der Hauptzug zurückströmte. Danach beruhigte sich die Lage, blieb aber angespannt. Es dauerte nicht lange, bis es zum nächsten Handgemenge kam, in dessen Folge eine Demonstrantin zu Boden ging und von Polizisten abgeführt wurde. Eine andere Frau wurde von Sanitätern aus dem Demozug begleitet.

Gegen kurz nach zehn löste sich die Demo nach und nach auf.