Bei einem Fußballspiel des jüdischen Vereins TuS Makkabi Berlin gegen Schwarz-Weiß Neukölln ist es zu Ausschreitungen gekommen, bei denen das jüdische Team von Zuschauern und Fußballspielern des anderen Teams angegriffen worden sein soll.
Zuerst hatte der Tagesspiegel über den Vorfall berichtet. In einem Beitrag auf X machte Shlomo Afanasev, laut Tagesspiegel-Informationen der Vater eines Fußballspielers des Makkabi Berlin, auf das Geschehen auf dem Sportplatz aufmerksam. In seinem Post schreibt Afanasev: „Mein 13-jähriger Sohn hatte gestern mit seinen Freunden von @makkabifussball Berlin ein Fußballspiel in Neukölln. Leider wurde die Atmosphäre während des Spiels zunehmend aggressiv und feindselig. Unsere Kinder wurden mehrfach beleidigt und sogar bespuckt – und das, ohne dass der Schiedsrichter eingriff oder überhaupt aufmerksam wurde.“
Mein 13-jähriger Sohn hatte gestern mit seinen Freunden von @makkabifussball Berlin ein Fußballspiel in Neukölln. Leider wurde die Atmosphäre während des Spiels zunehmend aggressiv und feindselig. Unsere Kinder wurden mehrfach beleidigt und sogar bespuckt – und das, ohne dass… pic.twitter.com/2j50fXeXkP
— Shlomo Afanasev (@ShlomoAfanasev) November 8, 2024
Antisemitismus auf Sportplatz: Jüdische Schüler beleidigt und verfolgt
Vollkommen eskaliert sei die Situation dann nach dem Spiel, als die Makkabi-Spieler sogar verfolgt wurden. Afanasev berichtet, dass letztlich auch die Polizei vor Ort war. Dies kann ein Polizeisprecher auf Nachfrage der Berliner Morgenpost nicht bestätigen.
Andreas Hilprecht, erster Geschäftsführer des Vereins Schwarz-Weiss Neukölln, zeigt sich geschockt von dem Vorfall. „Wir sind dabei, das Geschehene vereinsintern aufzuarbeiten. Wenn wir jemanden aus unserem Verein namentlich dingfest machen können, der daran beteiligt war, ist der heute Abend kein Mitglied unseres Vereins mehr“, sagt Hilprecht.
Nach Vorfall auf Sportplatz: Berliner Grüne zeigen sich schockiert
Susanna Kahlefeld, Sprecherin für Religionspolitik vom Bündnis 90/Die Grünen, und die sportpolitische Sprecherein Klara Schedlich zeigen sich in einer Pressemitteilung geschockt von den Angriffen und Bedrohungen. „Wir erklären uns solidarisch mit der Mannschaft und den Fans von Makkabi Berlin und stehen hinter den Betroffenen. Wir erwarten, dass die Vorfälle während und nach dem Spiel aufgeklärt und aufgearbeitet werden“, heißt es in der Mitteilung.
Sie begrüßen, dass der Verein Schwarz-Weiss Neukölln Aufklärung und Konsequenzen angekündigt hat. „Wir fordern, dass die Unterstützung der Vereine im Kampf gegen Antisemitismus beim Senat und im Berliner Fußball-Verband eine neue Priorität bekommt. Es muss sichergestellt werden, dass sich Taten wie diese nicht wiederholen.“



