Ganze 21 Neuköllner Schulen bekamen am Dienstag kein Mittagessen geliefert. Das Chaos beim Schulessen in Berlin geht auch in der zweiten Unterrichtswoche weiter. In Neukölln ist es der Caterer 40seconds, der nicht lieferte. Seine Küche war vom Gesundheitsamt geschlossen worden. Die Linksfraktion der BVV Neukölln hat nun noch einen Schuldigen ausgemacht: den Bezirk.
„Schulen und Eltern berichten mir weiterhin über nicht vorhandenes, nicht genießbares oder falsch geliefertes Essen“, so Philipp Dehne, bildungspolitischer Sprecher der Linksfraktion in der Neuköllner BVV, am Dienstag in einer Mitteilung. Der Caterer sei für die Schulen und teils auch für die eigenen Angestellten nicht erreichbar. „Seit einer Woche bekommen sie niemanden ans Telefon.“
Neuköllner Lehrer bestellen Essen selbst
Das Bezirksamt Neukölln habe mittlerweile reagiert. Die Schulen sollten sich selbst um die Essensversorgung kümmern und dies anschließend dem Caterer in Rechnung stellen. Das löse die Probleme jedoch nicht. „Nudelsalat und Hühnerwürstchen aus dem Supermarkt“ seien keine dauerhafte Lösung, so Dehne. Lehrkräfte könnten sich nicht noch um Essensbestellungen kümmern.
Als Vertragspartner des Caterers 40seconds sieht Dehne das Bezirksamt in der Pflicht, sofortigen Ersatz für den Caterer zu finden. „Das Bezirksamt Neukölln muss den Vertrag mit dem Caterer für die betroffenen Schulen kündigen“, fordert der Linken-Politiker.
Schulessen in Berlin: „Vergabesystem grundsätzlich überdenken“
40seconds teste die Vergrößerung seines Unternehmens auf Kosten der Schüler. Außerdem müssten Bezirk und Senat aufarbeiten, wie es „zur Vergabe von ca. 50.000 Mittagessen an eine Firma kam, die das offensichtlich nicht leisten kann, und das ganze Vergabesystem grundsätzlich überdenken“.
Aktueller Stand ist, dass 40seconds eine Frist von zwei Wochen von der Senatsbildungsverwaltung bekommen hat. Bis Dienstag hätte ein Konzept vorliegen sollen, wie der Caterer die Probleme in den Griff zu bekommen gedenke. Bis zum Nachmittag gab es von der Bildungsverwaltung keine Information, ob das Konzept abgegeben wurde oder nicht. „Mögliche Sanktionen gegen den Caterer werden zwischen Senat und Bezirken abgestimmt“, sagte Treptow-Köpenicks Bildungsstadtrat Marco Brauchmann (CDU).



