In Rixdorf herrscht bald kein Autoverkehr mehr: Ab August werden im Richardkiez Poller aufgestellt und Einbahnstraßen eingeführt, um den Durchgangsverkehr zwischen Karl-Marx-Straße und Sonnenallee einzudämmen. Abkürzungen durch das Wohnviertel sollen so unattraktiv gemacht werden. Nach dem Reuterkiez ist Rixdorf die zweite verkehrsberuhigte Zone, auch Kiezblock genannt, in Neukölln. Und das, obwohl zuletzt Senatsmittel für das Projekt zurückgezogen wurden.
Neu eingerichtet werden drei Sperren und zahlreiche Einbahnstraßenregelungen. Die erste Sperre wird den Richardplatz und die Richardstraße an der Nordseite mithilfe von Pollern diagonal trennen, sodass Autofahrer an der Stelle vom Richardplatz kommend nur noch nach Norden auf die Richardstraße fahren können. Für Veranstaltungen oder die Feuerwehr können die Poller herausgenommen werden.
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Kiezblock im Richardkiez: Sperren, Poller und Einbahnstraßen
Die zweite Sperre betrifft ebenfalls den Richardplatz. Zwischen Schudomastraße und Zwiestädter Straße wird die Straße quer gesperrt. Den Platz einmal rundum zu umfahren, wird also nicht mehr möglich sein. Autos müssen davor abbiegen.
Auch die Donaustraße soll mit herausnehmbaren Pollern geteilt werden, und zwar zwischen Roseggerstraße und Wörnitzweg. Damit die parallel laufende Wilhelm-Busch-Straße nicht zur Umfahrung genutzt wird, wird sie zur Einbahnstraße Richtung Norden.

Zuletzt soll noch die Einbahnstraße in der Richardstraße ab Alfred-Scholz-Platz in Richtung Süden bis zum Herrnhuter Weg verlängert werden. Sie galt bisher nur bis zur Berthelsdorfer Straße.
Schillerkiez und Körnerkiez bald auch verkehrsberuhigt
Über 4000 Autos fahren laut Bezirksamt Neukölln täglich über den Richardplatz, um von der Sonnenallee zur Karl-Marx-Straße zu kommen, 6500 über die Donaustraße. „Das sind viel zu hohe Zahlen für einen Wohnkiez mit vielen Schulen und Kitas“, äußerte sich Verkehrsstadtrat Jochen Biedermann in einer Mitteilung. „Zu wenigen Themen haben uns den letzten Jahren so viele Rückfragen erreicht wie zum Kiezblock in Rixdorf.“
Tatsächlich geht der erste Vorschlag zu einer Verkehrsbewegung im Richardkiez auf die 2016 gegründete Anwohnerinitiative „Mehr Kiez für Rixdorf“ zurück. Sie beklagten schon vor acht Jahren die Zunahme des Durchgangsverkehrs im Kiez, begünstigt durch Echtzeitnavigation mit GPS und Smartphone. In den letzten Planungszügen befinden sich die Konzepte zur Verkehrsberuhigung im Schillerkiez und Körnerkiez. Bei beiden wurde das Beteiligungsverfahren in diesem Jahr abgeschlossen.



