Die Neuköllner Maientage finden in diesem Jahr zum letzten Mal in der Hasenheide statt. Das teilte Jochen Biedermann (Grüne), Neuköllner Stadtrat für Stadtentwicklung, Umwelt und Verkehr, mit. Grund für das Aus des Volksfestes sei der allgemein schlechte Zustand der Grünanlage. Die 55. und letzte Ausgabe des Volkfestes in der Hasenheide soll vom 29. April bis zum 22. Mai stattfinden.

Empfohlener externer Inhalt

An dieser Stelle befindet sich ein externer Inhalt von X, der von unserer Redaktion empfohlen wird. Er ergänzt den Artikel und kann mit einem Klick angezeigt und wieder ausgeblendet werden.
Externer Inhalt
Ich bin damit einverstanden, dass mir dieser externe Inhalt angezeigt wird. Es können dabei personenbezogene Daten an den Anbieter des Inhalts und Drittdienste übermittelt werden. Mehr dazu in unserer Datenschutzerklärung.

Es handele sich um eine "schwere, aber eine notwendige Entscheidung", so Biedermann. Allein in den Jahren von 2018 bis 2020 hätten zehn Prozent der Bäume vorzeitig gefällt werden müssen. Durch die Winterstürme in diesem Jahr seien 37 Bäume umgestürzt oder hätten in der Folge gefällt werden müssen, wie es in einer Antwort des Bezirksstadtrats auf eine schriftliche Frage der Neuköllner CDU-Fraktion heißt. Dies sei ein "überdeutliches Zeichen dafür, wie extrem angegriffen die Bäume in der Hasenheide sind".

Die Maientage würden weitere erhebliche Schäden verursachen. Der Boden werde durch das Volksfest stark verdichtet. Die Veranstaltung finde zur Brut- und Aufzuchtzeit vieler Vögel und Fledermäuse statt. Die hohen Besucherzahlen würden eine zusätzliche Belastung der Vegetation verursachen. Ohnehin gebe es durch Lärm und das vermehrte Parkaufkommen viele Beschwerden von Anwohnern in den angrenzenden Kiezen.

Maientage könnten künftig auch außerhalb von Neukölln stattfinden

Aus Rücksichtnahme auf die besondere Situation der Schausteller in der Corona-Pademie habe der Bezirk entschieden, die Maientage in diesem Jahr noch einmal in der Hasenheide stattfinden zu lassen. Dies verschaffe zugleich mehr Zeit für die Suche nach einem Ersatzstandort, die gemeinsam mit den Schaustellern erfolgen soll. Der neue Standort könne laut Biedermann auch außerhalb von Neukölln liegen. Biedermann schrieb weiter: "Im Idealfall gelingen zwei Dinge: Die Maientage finden einen neuen Standort, der nicht allzu weit entfernt ist von der Hasenheide und die Hasenheide bekommt die Chance für einen klimaangepassten Umbau."

Dieser Umbau werde auch ermöglicht durch das vom Bund mit fünf Millionen Euro geförderte Pilotprojekt "Klimaresiliente Hasenheide". Dieses Förderprogramm gebe dem Bezirk Neukölln die einmalige Chance, die Hasenheide fit für die Zukunft zu machen. Dies dürfte nicht nur in Bezug auf klimatische Veränderungen nötig sein. In den vergangenen Jahren hat sich die Hasenheide vor allem im Frühling und im Sommer als Ort für meist illegale Open-Air-Partys etabliert. Die Besucherinnen und Besucher verursachten dabei viel Müll. Zuletzt hatte der Bezirk allein für die Reinigung des Parks jährlich 88.000 Euro ausgeben müssen.

BM