Baumaßnahmen

Schönleinstraße: Bahnhof-Sanierung kostet 15 Millionen

Der U-Bahnhof an der Grenze zwischen Neukölln und Kreuzberg wird saniert. Damit will man auch das Drogen-Problem in den Griff kriegen.

Der U-Bahnhof Schönleinstraße wird ab 2020 saniert. Er gilt als Drogen-Hotspot – mit der Sanierung will man dieses Problem in den Griff bekommen.

Der U-Bahnhof Schönleinstraße wird ab 2020 saniert. Er gilt als Drogen-Hotspot – mit der Sanierung will man dieses Problem in den Griff bekommen.

Foto: Jörg Krauthöfer /Funke MedienGruppe

Berlin. Der U-Bahnhof Schönleinstraße gehört zu Berlins Drogen-Hotspots – und ist deshalb sowohl der Politik wie auch den Berliner Verkehrsbetrieben (BVG) und der Polizei ein Dorn im Auge. Nun wird die Station der Linie U8 ab Ende des Jahres umgebaut. Voraussichtlich bis 2023/24 sollen die Umbaumaßnahmen dauern. Und schätzungsweise 15 Millionen Euro kosten.

Dafür wird die U-Bahnstation komplett grundsaniert und barrierefrei gemacht – und das „unter dem rollenden Rad“, also im laufenden Betrieb, wie BVG-Pressesprecher Jannes Schwentu erklärt. Zu Beginn der Bauarbeiten steht die Tunnelsanierung an. Dazu gehört die Grunderneuerung der Außenabdichtung, eine Betoninstandsetzung der Tunnelaußenwand-Decken sowie die Tunnelinnensanierung.

Außerdem müssen Bahnsteig, Schalterhallen, Wände, Decken, Möblierung, die elektrotechnische Ausrüstung sowie alle vier Ausgänge mitsamt Treppen zum Teil vollständig erneuert, mindestens aber grundhaft instand gesetzt werden.

U-Bahnstation Schönleinstraße bekommt einen Aufzug eingebaut

Und: Die Schönleinstraße wird als letzte Haltestelle der Linie U8 in Neukölln einen Aufzug erhalten. Dazu finden Rohbau und Stahlbetonarbeiten statt. „Das ist technisch extrem aufwendig“, erklärt Schwentu. Denn über dem U-Bahntunnel – und unter dem Kottbusser Damm – verlaufen wichtige Strom-, Gas- oder Wasserleitungen. Die müssen unter Umständen neu verleget werden, um für den Aufzugsschacht Platz zu machen. Es sei daher auch wahrscheinlich, dass es im Laufe der Bauarbeiten zu Verkehrsbehinderungen für Autofahrer auf dem Kottbusser Damm kommen werde, so Schwentu.

BVG und das Neuköllner Bezirksamt versprechen sich von einem sanierten U-Bahnhof dem Drogenkonsumproblem in der Station besser Herr zu werden. So sollen beispielsweise verwinkelte Bereiche zurückgebaut werden. Außerdem soll der Bahnhof Schönleinstraße eine erweiterte Video-Installation erhalten, sodass die gesamte U-Bahnstation künftig von Kameras ausgeleuchtet werden kann. Bisher sind Kameras lediglich mit Blick auf die Notruf- und Informationssäulen vorhanden.

U-Bahnstation steht unter Denkmalschutz

Der Bahnhof Schönleinstraße wird aber auch nach Beendigung der Bauarbeiten Mitte der 2020er-Jahre noch in weiten Teilen so aussehen wie heute. Denn die Station steht unter Denkmalschutz. Große bauliche Veränderungen wird das Landesdenkmalamt daher vermutlich nicht genehmigen. Insbesondere solle mehr elektrisches Licht installiert werden, so Schwentu. Generell setze die BVG bei Umarbeiten auch auf hellere Bodenbeläge. Allerdings wurde ein hellerer Naturstein in den U-Bahnhöfen Leinestraße und Boddinstraße jüngst noch von der Denkmalschutzbehörde abgelehnt.

Die Berliner Polizei hat 2019 von Januar bis November am U-Bahnhof Schönleinstraße 133 Vorfälle gegen das Betäubungsmittelgesetz gezählt. Im selben Zeitraum gab es in der U-Bahnstation 18 Körperverletzungen sowie 41 Taschendiebstähle.