Rechtsstreit

Neuköllner Traditionskneipe „Syndikat“ geht in Berufung

Im November fiel das Urteil: Die Neuköllner Bar muss nach 34 Jahren schließen. Dagegen haben die Betreiber nun Berufung eingelegt.

Die Betreiber des „Syndikat“ kämpfen um den Fortbestand ihrer Kneipe.

Die Betreiber des „Syndikat“ kämpfen um den Fortbestand ihrer Kneipe.

Foto: Reto Klar

Berlin. Die Betreiber der Neuköllner Kult-Kneipe „Syndikat“ gehen nach dem verlorenen Prozess im vergangenen November in Berufung. Das teilte das Betreiber-Kollektiv nun auf Nachfrage der Berliner Morgenpost mit. „Wir sind in Berufung gegangen und warten jetzt auf einen neuen Termin vor Gericht“, so die Bar-Betreiber. Die Kneipe habe weiterhin regulär geöffnet, hieß es weiter.

Seit Sommer 2018 kämpfen die „Syndikat“-Mitarbeiter um den Fortbestand ihrer Kneipe. Die hat seit 34 Jahren ihren Sitz an der Weisestraße 56 im Neuköllner Schillerkiez. Jedoch kündigten die neuen Hauseigentümer, die „Firman Properties“, den Mietvertrag. Sie haben das „Syndikat“-Haus 2015 aufgekauft. „Firman Properties“ gehört zu „Pears Global Real Estate“, einem Global Player mit Sitz in London, dem nach eigenen Angaben bundesweit rund 6200 Miet- und Gewerbeeinheiten gehören, die meisten davon in Berlin.

Zum Jahresende 2018 sollte die Kneipe geräumt und übergeben werden. Doch die Bar-Betreiber weigerten sich, kämpften für den Fortbestand der Kneipe – und übergaben dementsprechend auch nicht die Ladenschlüssel. Das „Syndikat“ wurde weiter betrieben, auch Miete wurde weiterhin gezahlt.

Im November des vergangenen Jahres kam es dann zum vorläufigen Höhepunkt des Streits zwischen dem „Syndikat“ und den neuen Hausbesitzern: Man traf sich vor Gericht. Das Landgericht urteilte zugunsten der neuen Besitzer: Die Kündigung der „Firman Properties“ sei wirksam und die Räumung der Bar damit vollstreckbar.

Doch zu diesem Schritt kam es bisher nicht. Nun warten die Bar-Betreiber auf einen neuen Gerichtstermin. Wann dieser sein wird, ist allerdings noch nicht bekannt.

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