Mietendeckel

So geht es mit dem Bauprojekt auf dem Buckower Feld weiter

Eine Bietergemeinschaft wollte rund 120 Wohnungen in Neukölln errichten. Dann sprang sie ab - wegen des Mietendeckels.

So soll das Buckower Feld aussehen, wenn es bebaut ist.

So soll das Buckower Feld aussehen, wenn es bebaut ist.

Foto: STADT UND LAND-Wohnbauten GmbH

Berlin. Die Nachricht Anfang der Woche glich einem Paukenschlag: Wegen des Berliner Mietendeckels zogen sich Wohnungsbaugenossenschaften von dem prestigeträchtigen Bauprojekt auf dem Buckower Feld in Neukölln zurück. Am Dienstag kündigten die Gemeinnützige Baugenossenschaft Steglitz und der Beamten-Wohnungs-Verein zu Köpenick ihren Rückzug vom Konzeptverfahren zur Bebauung der Buckower Felder an.

Rund 900 Wohnungen sollen hier im Süden von Neukölln ab 2021 entstehen. Die zehn Hektar große Fläche ist eines der elf Entwicklungsgebiete, die laut Senatsbeschluss „planerisch zügig vorzubereiten“ und mit deren „Umsetzung schnellstmöglich zu beginnen“ ist. Ist das Großprojekt, das Berlin preisgünstige Wohnungen bringen soll, nun in Gefahr?

Hikel: Rückzug von Genossenschaften kein Problem

Nein, heißt es dazu aus dem Rathaus Neukölln. Bezirksbürgermeister Martin Hikel (SPD) erklärte der Berliner Morgenpost: „Der Rückzug von zwei Genossenschaften auf den für gemeinwohlorientierte Dritte vorgesehenen Flächen ist kein Problem, weil es noch zehn weitere Interessenten für die Entwicklung der Wohnungen gibt.“ Schließlich sei der Ausstieg der beiden Wohnungsbaugenossenschaften zum frühestmöglichen Zeitpunkt gekommen.

Rund 80 Prozent der Wohnungen auf den Buckower Feldern, also etwas mehr als 700, soll die landeseigene Wohnungsbaugesellschaft Stadt und Land selbst errichten. Für die restlichen 20 Prozent, also knapp 200 Wohnungen, hat Stadt und Land in einem Interessenbekundungsverfahren gemeinwohlinteressierte Unternehmen gesucht – darunter vor allem Genossenschaften.

Stadt und Land sichert Neubau zu

Und aus diesem Interessenbekundungsverfahren sind nun die Gemeinnützige Baugenossenschaft Steglitz und der Beamten-Wohnungs-Verein zu Köpenick ausgestiegen – weitere zehn Bewerber sind aber noch immer im Rennen um die Vergabe der Bauplätze. „Die Stadt und Land hat außerdem zugesichert, dass alle geplanten Wohnungen gebaut werden. Das ist entscheidend“, sagte Hikel weiter.

Der Neuköllner Bezirksbürgermeister sieht in dem Mietendeckel indes eine Chance. Er sagte: „Wir müssen den Neubau in Berlin forcieren. Der Mietendeckel ist eine Verschnaufpause, die für möglichst viel Wohnungsneubau genutzt werden muss. Langfristig hilft nur Neubau.“

Eigenmittel zur Finanzierung des Neubaus fehlen

Mit dem Rückzug von den Buckower Feldern ist erstmals ein genossenschaftliches Engagement aufgrund des Mietendeckels eingestellt worden. „Wir hatten uns für das größte der drei Baufelder beworben, wollten dort etwa 120 Wohnungen bauen“, sagte Andrea Zwingelberg, Vorstandsmitglied des Köpenicker Beamtenwohnvereins, der Berliner Morgenpost zum Rückzug ihrer Baugenossenschaft.

„Nach unseren Berechnungen werden beiden Genossenschaften aufgrund des Mietendeckels zusammen in den nächsten fünf Jahren neun Millionen Euro Mieteinnahmen und damit Eigenmittel fehlen“, so Zwingelberg weiter. Auf dieses Geld sei man aber angewiesen, um das Neubauprojekt finanzieren zu können. Daher helfe es auch nicht, dass Neubauten ab Baujahr 2014 vom Mietendeckelgesetz ausgenommen sein sollen.