Radstreifen

Grüner Radstreifen hält Falschparker nicht auf

Radweg auf Karl-Marx-Straße wurde grün markiert – Autofahrer interessiert das aber wenig. Sie parken noch immer auf dem Radstreifen.

Der grün markierte Radweg auf der Karl-Marx-Straße ist zugeparkt - Fahrradfahrer müssen ausweichen. 

Der grün markierte Radweg auf der Karl-Marx-Straße ist zugeparkt - Fahrradfahrer müssen ausweichen. 

Foto: Nina Kugler

Berlin. Radfahren auf der Karl-Marx-Straße? Für viele Fahrradfahrer die blanke Horrorvorstellung: Autos brettern mit überhöhter Geschwindigkeit über die Straße, Lkws parken am Straßenrand und laden ihre Ware aus, und auf Höhe des Alfred-Scholz-Platz klafft eine riesige Baustelle.

Grüne und rote Markierungen auf Karl-Marx-Straße

Um die gefährdete Spezies Fahrradfahrer in Neukölln zu schützen, wurde ein Teil des Radwegs auf der Karl-Marx-Straße grün markiert. Zwischen Uthmannstraße und Kienitzer Straße sind die Radstreifen nun grün, an den Kreuzungsbereichen sogar rot markiert.

Falschparker aber lassen sich von der grün-roten Fahrbahn nicht beirren. Wie eh und je parken sie auf dem Radstreifen, auch Lkws laden nach wie vor unbeirrt ihre Ware ab – stehend auf dem nun grünen Radweg.

Dabei hatte es sich Verkehrssenatorin Regine Günther (Grüne) so schön vorgestellt: Die von ihr ausgedachten grünen Markierungen sollten im wahrsten Sinne des Wortes die Sicht der Autofahrer verändern. Grüne Wege sollen eigentlich sofort ins Auge springen und signalisieren: Halten verboten! Fahrradfahrer Vorfahrt!

Im Laufe des Jahres werden zusätzlich Poller aufgestellt

Diesem Wunsch folgte auch der Neuköllner Bezirksbürgermeister Martin Hikel (SPD). Er erklärte: „Die farbliche Markierung wird den Radstreifen besonders hervorheben. Ich erhoffe mir davon mehr Übersichtlichkeit für alle Verkehrsteilnehmer, vor allem aber auch mehr Respekt vor den Radfahrenden.“

Die Sicht der Autofahrer in Neukölln hat sich bisher aber noch nicht geändert. Vielleicht auch deshalb wird nun schon geplant, im Laufe des Jahres an sieben besonders gefährdeten Stellen an der Karl-Marx-Straße zusätzlich Poller aufzustellen – „um Falschparken zu erschweren und den Radverkehr sicherer zu machen“, wie das Bezirksamt mitteilte.