Das Aktionsbündnis „Offenes Neukölln“ hat sein Programm für sein diesjähriges Festival veröffentlicht. Rund 130 Veranstaltungen gegen Rassismus und Rechtsextremismus finden am Wochenende vom 24. bis 26. Mai in ganz Neukölln statt.

Der Hintergrund des Festivals ist ein ernster: Seit Mai 2016 wurden laut der Mobilen Beratung gegen Rechtsextremismus Berlin (MBR) in Neukölln, insbesondere im Süden des Bezirks, insgesamt 14 Brandanschläge auf Privatautos oder Geschäfte von Personen verübt, die sich gegen Rechtsextremismus einsetzen. Hinzu kommen Schmierereien an Privatwohnungen, Morddrohungen und Schändungen von Stolpersteinen sowie Mahnmalen.

Die Täter werden im rechten Spektrum vermutet. Verhaftet oder verurteilt wurde jedoch bislang niemand. Im Gegenteil: Die Ermittlungen wurden sogar eingestellt.

Opfer von rechter Gewalt fordern Untersuchungsausschuss

Den Auftakt zum diesjährigen Festival macht daher bereits am Donnerstagabend um 19 Uhr im Gemeinschaftshaus Gropiusstadt am Bat-Yam-Platz 1 die Veranstaltung „Rechter Terror in Neukölln – Untersuchungsausschuss jetzt!“ – Veranstaltet von eben jenen Neuköllnern, die in der Vergangenheit Opfer von rechtem Terror wurden. Auf der Internetseite des Aktionsbündnisses schreiben sie: „Die Betroffenen rechter Anschläge fordern einen Untersuchungsausschuss im Abgeordnetenhaus.“ Sich damit abfinden, dass die Taten nicht aufgeklärt werden, wollen sie nicht.

100 Vereine und Initiativen machen mit

Rund 100 Initiativen und Vereine beteiligen sich an dem Wochenende mit Veranstaltungen an dem Festival. Mitmachen werden unter anderem Kultur- und Sportvereine, politische Initiativen und Parteien, Künstler, sowie verschiedene Kneipen, Kinos und Clubs, Kirchen, Gartenprojekte, Jugendzentren und Kiezinitiativen sowie Museen und Buchhandlungen.

Wie in den beiden vergangenen Jahren sollen im Rahmen des Festivals Lesungen und Diskussionen, Theater- und Filmvorführungen stattfinden sowie Partys und Konzerte, Ausstellungen, Kinderfeste oder Stadtrundgänge.

Dabei kommt das Festival mit einem bunten Programm daher. Da gibt es beispielsweise die Veranstaltung „Wir kochen und essen gegen Rassismus“ oder auch eine Kopfhörer oder Silent-Party am Abend. Ein Flashmob trifft sich am Sonnabendmittag um 14 Uhr auf dem Hermannplatz zum „Singen für Europa“.

Morgenpost-Autor Hajo Schumacher macht auch mit

Doch natürlich gibt es auch Diskussionen, Stadtrundgänge oder Lesungen zum Thema Rassismus und Rechtsextremismus.

Und auch für Kinder gibt es extra Veranstaltungen. Am Sonnabend beispielsweise gibt es um 11 Uhr in der Helene-Nathan-Bibliothek an der Karl-Marx-Str. 66 eine Diskussion mit und für Kinder zum Thema „Glück ist ...“. Zudem findet ganztägig an der Sonnenallee 64 im Blickwinkel ein Spiele-Café statt.

Und auch Morgenpost-Autor Hajo Schumacher macht bei dem Festival mit. Am Freitag um 19.30 Uhr liest er, gemeinsam mit Schülerinnen der Jack Bildungsstätte, selbstgeschriebene Texte und Gedichte.

Ernster Hintergrund des Festivals

Das gesamte Wochenende über hat das Aktionsbündnis zudem einen Infostand vor dem Rathaus Neukölln, an dem man sich über den Verein und seine Arbeit informieren kann.

Das Aktionsbündnis „Offenes Neukölln“ setzt sich seit drei Jahren gegen Rechtsextremismus und Hass ein. Jedes Jahr veranstaltet es das mehrtägiges Festival, bei dem so viele Neuköllner und Berliner wie möglich mitmachen sollen. Auch, um ein gemeinsames Zeichen zu setzen.

Das Programm zum Festival finden Sie unter https://www.offenes-neukoelln.de/programm