Wirbel um Schreiben

Zukunft von „Syndikat“ weiter ungewiss

Vermeintlich veröffentlichte die Immobilienfirma „Pears Group“ eine Mitteilung. Doch daran gibt es Zweifel.

Kristian und Christian (vl.l) vom „Syndikat“.

Kristian und Christian (vl.l) vom „Syndikat“.

Foto: Sergej Glanze / Glanze/Berliner Morgenpost

Es sah schon nach einer Rettung für das „Syndikat“ aus. Vermeintlich hatte die Pears Group am Dienstag auf ihrer Internetseite das Ende der Mietstreitigkeiten mit der Neuköllner Traditionskneipe „Syndikat“ im Schillerkiez vermeldet. Man sei sich der „Verantwortung gegenüber unseren Mietern, Mitarbeitern und der Gesellschaft“ bewusst geworden, hieß es auf der Seite zur Begründung. Doch nun gibt es erhebliche Zweifel an der Echtheit sowohl der Webseite als auch des dort verbreiteten Schreibens. Via Twitter teilten die Bar-Betreiber mit, dass von Seiten der Pears Group keine Kommunikation aufgenommen wurde. Und auf der Website scheinen die Angaben im Impressum fragwürdig.

Auf Nachfrage der Berliner Morgenpost bei der Pears Global Real Estate Group, die ihren Deutschlandsitz am Kurfürstendamm hat, wollte ein Sprecher des Unternehmens die Echtheit des Schreibens weder bestätigen noch dementieren. „Dazu geben wir keine Auskunft“, ließ das Immobilienunternehmen mitteilen. Und auch nicht, ob die Webseite, auf der das Schreiben erschienen ist, überhaupt zur Pears Group gehört oder gefälscht ist.

Wer der Absender des am Dienstag veröffentlichten Schreibens ist, bleibt somit weiterhin unklar.

Pears Group bekannt für seltsame Öffentlichkeitsarbeit

Ob die Pears Global Real Estate Group gegebenenfalls eine Anzeige gegen den Betreiber einer etwaigen Fake-Webseite stellen würde, wollte das Unternehmen auf Nachfrage ebenfalls nicht kommentieren.

Diese Art der Unternehmenskommunikation ist offenbar für die Pears Group nicht unüblich: Das schätzungsweise sechs Milliarden Euro schwere Immobilienunternehmen schaltet seine deutsche Webseite immer wieder an und ab. Auf Pressenachfragen reagiert das Unternehmen nicht. Die Bitte auf Weiterleitung von Journalisten an die Presseabteilung kommentierte die Pears Group am Mittwoch so: „Wir geben keine Auskunft darüber, ob wir eine Presseabteilung haben.“

Zunächst hatte auch die Berliner Morgenpost berichtet, die Pears Group habe in einem Schreiben eine Beilegung der Auseinandersetzung mit dem „Syndikat“ verkündet, den Artikel jedoch wieder offline genommen, nachdem Zweifel an der Echtheit der Website aufgekommen waren.