Richtfest

Bezahlbarer Wohnraum: 101 neue Wohnungen in Nord-Neukölln

Im Rollbergkiez entsteht ein Neubau. Die Wohnungen sollen schon ab 2020 bezugsfertig sein. Künstler und Studenten sollen hier wohnen.

Noch wird an dem Neubau gebaut, aber schon 2020 sollen die ersten Mieter hier einziehen.

Noch wird an dem Neubau gebaut, aber schon 2020 sollen die ersten Mieter hier einziehen.

Foto: Nina Kugler

Berlin. Neukölln gehört zu den größten Bezirken Berlins. Rund 330.000 Menschen wohnen hier bereits. Und es werden immer mehr. Der Bezirk und das Land müssen daher neuen Wohnraum schaffen. Ganz im Süden, in Rudow, wird gerade an bis zu 900 neuen Wohnungen für rund 1700 Bewohner auf dem Buckower Feld gearbeitet. Im hippen Norden allerdings ist Bauland rar. Hier stehen Neu- und Altbauten bereits dicht an dicht nebeineinander. Umso erstaunlicher ist es, wenn ein Stück Land für einen Neubau gefunden wird.

Doch genau das ist in der Briesestraße 19 Ecke Kienitzer Straße 26 passiert. Im Rollbergkiez sollen insgesamt 101 Wohnungen in einem Neubau entstehen. Dazu gehören 77 Ein- bis Vier-Zimmer-Wohnungen, 17 Atelierwohnungen und sieben Wohnungen mit zusätzlichen Gemeinschaftsflächen für Wohngemeinschaften. 30 der 101 Unterkünfte werden als Sozialwohnungen mit Fördermitteln des Landes errichtet. Sie sollen später für Kaltmieten von 6,50 je Quadratmeter angeboten werden. Die übrigen Wohnungen sollen zwischen 7 und 11 Euro je Quadratmeter kosten. Die landeseigene Wohnungsbaugesellschaft Stadt und Land baut den Neubau, der bis zu sieben Stockwerke hoch sein wird.

Früher stand hier ein Parkhaus

Früher stand hier einmal ein Parkhaus, nun entstehen neue Wohnungen. Diese werden aber nicht über ein normales Treppenhaus zu erreichen sein, sondern über lange balkonartige Gänge. Ein Innenhof soll als Gemeinschaftsort fungieren. Im Untergeschoss des Neubaus wird zudem ein Café einziehen. Baubeginn war 2017, die ersten Mieter sollen bereits 2020 einziehen. Das Besondere an dem Projekt: In die Atelierwohnungen sollen auch Künstler einziehen, die dann hier arbeiten.

Und: Die sieben Wohnungen mit Gemeinschaftsflächen sind zwar Ein- und Zwei-Zimmerwohnungen, mit Bad und Kochniesche - aber eben auch mit Gemeinschaftszimmern, in denen alle Bewohner der anderen kleinen Wohnungen zusammen kommen könnn, sitzen, spielen, reden - ideal für Senioren, Singles und Studenten.

Schweizer Architekten planen und bauen das Haus

Das L-förmige, rund 3300 Quadratmeter große Baugrundstück zwischen Briesestraße und Kienitzer Straße wird im Osten durch einen geschlossenen Blockrand und im Westen von einer großförmigen, offenen Wohnbebauung aus Siedlungsbauten der 70er Jahre begrenzt. Als Grundlage für die Bebauung dient ein Entwurf von "EM2N Architekten" aus Zürich, welche den von der Stadt und Land ausgelobten und durch die Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Umwelt koordinierten und durchgeführten Wettbewerb „Urban Living – Neues Wohnen an der Briesestraße“ für sich entschieden hatten. Das Schweizer Architekten-Team setzte sich damals gegen 20 Mitbewerber durch.

Berlins Bausenatorin Katrin Lompscher (Linke) war bei dem Richtfest am Montag anwesend und sagte: "Stadt und Land hat seit 2014 rund 4.600 neue Wohnungen geschaffen." Freilich wurden nicht alle neu gebaut, auch über Ankäufe kam die landeseigene Wohnungsbaugesellschaft in Besitz neuer Wohnungen.

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