Kampf im Bezirk

Gegen Verdrängung: Neuköllner Unternehmer gründen Initiative

Die Gewerbetreibenden wollen gegen steigende Gewerbemieten und die Verdrängung kleiner, ansässiger Unternehmen kämpfen.

Unternehmer wollen gegen steigende Gewerbemieten und die Verdrängung kleiner, ansässiger Unternehmen kämpfen

Unternehmer wollen gegen steigende Gewerbemieten und die Verdrängung kleiner, ansässiger Unternehmen kämpfen

Foto: picture alliance / ZB/ dpa

Berlin. Gewerbetreibende aus der Neuköllner Friedelstraße haben sich zu einer Initiative zusammengeschlossen. Sie wollen gegen steigende Gewerbemieten und die Verdrängung kleiner, ansässiger Unternehmen kämpfen. 2012 habe es acht Cafés und Kneipen im Straßen­abschnitt zwischen Maybachufer und Pflügerstraße gegeben, jetzt seien es 17, sagt eine ansässige Restaurantbetreiberin. „Wir wollen keine Simon-Dach-Straße werden.“

Gerade erst hat die Coffeeshop-Kette „The Barn“ Gewerberäume an der Friedelstraße in Neukölln bezogen und eröffnet einen Standort. Zuvor habe 20 Jahre lang eine Schauspieleragentur in den Räumen gearbeitet, deren Mietvertrag nicht verlängert wurde, heißt es aus der Initiative der Gewerbetreibenden. Die Miete sei danach vervierfacht worden.

Die Geschäftsleute an der Friedel­straße fürchten, dass andere Hauseigentümer dem Beispiel folgen. „Dann verändert sich die gesamte Straße.“ Derzeit seien dort kleine Betriebe mit weniger als zehn Beschäftigten ansässig.

Treffen mit Bezirksbürgermeister

Die Initiative hatte sich am Wochenende mit Neuköllns Bezirksbürgermeister Martin Hikel (SPD) getroffen. Man müsse überlegen, ob es einen Gewerbemilieuschutz in dieser Gegend geben könne, sagte Hikel, und unter welchen Bedingungen das möglich sei. Darauf habe er noch keine Antworten. „Man kann sich aber mit Experten zusammensetzen und die Erfahrungen aus anderen Städten angucken.“ Er werde das Thema mit dem Neuköllner Stadtrat für Stadtentwicklung, Jochen Biedermann (Grüne), besprechen.

Was helfen könnte, sei eine Mietpreisbremse für Gewerberäume, so der Bezirksbürgermeister. Er wisse von Künstlern, Kitas und sozialen Trägern, die ihre Räume wegen stark steigender Mieten verlassen müssten. „Da sehe ich Handlungsbedarf.“ Aktuell sei das Kulturcafé „Fincan“ im Körnerkiez davon betroffen. „Wir wollen mit dem Vermieter in Kontakt kommen“, sagte Hikel. Geschäftsleute und Bürgermeister wollen sich für ein weiteres Treffen verabreden.

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