Neukölln

Jugendliche provozieren Räumung des Sommerbades Neukölln

Das Sommerbad Neukölln wurde wegen Auseinandersetzungen von Jugendlichen geräumt. Die Einlasskontrollen sollen nun verschärft werden.

Ein Polizeieinsatz im Sommerbad Neukölln (Archivbild)

Ein Polizeieinsatz im Sommerbad Neukölln (Archivbild)

Foto: Theo Schneider / Demotix

Der Badetag im Sommerbad Neukölln musste am Dienstagabend durch einen Polizeieinsatz vorzeitig beendet werden. Wie die Berliner Bäderbetriebe (BBB) und die Berliner Polizei berichten, sei es zu Auseinandersetzungen gekommen, als mehrere Jugendliche versuchten, einen Sprungturm zu erstürmen. Nachdem das Bad friedlich geräumt worden sei, konnte es am Folgetag wieder wie gewohnt öffnen.

Zunächst hätten Bademeister, Mitarbeiter des Sicherheitsdienstes und Konfliktlotsen die Situation erfolgreich entschärfen können. Als sich die Stimmung zwischen den Jugendlichen erneut aufheizte, entschieden sich die Schwimmmeisterinnen und Schwimmmeister aus Sorge um die Sicherheit der Badegäste, gegen 18.20 Uhr die Polizei zu rufen. Vorab versuchten die Mitarbeiter der Bäderbetriebe, die unübersichtliche Lage durch Lautsprecher-Durchsagen - teils auf Türkisch - zu beruhigen. "Die Badegäste wurden in aller Ruhe von unseren Einsatzkräften nach draußen begleitet, es gab keine Zwischenfälle und keine Anzeigen", sagte eine Polizeisprecherin der Berliner Morgenpost.

Insgesamt seien 25 Beamte im Einsatz gewesen. Laut Bädersprecher Matthias Oloew sei bei den Auseinandersetzungen und der Räumung niemand verletzt worden. Auch Waffen habe man nicht gefunden. Die Einrichtung war kurz vor 19 Uhr geräumt. Regulär ist das Bad am Columbiadamm bis 20 Uhr geöffnet.

"Bleib cool am Pool"

Um Konfliktsituationen in öffentlichen Bädern zu entschärfen, haben die Berliner Polizei, der Senat und die Berliner Bäderbetriebe im Jahr 2011 das ehrenamtliche Konfliktlotsenprojekt "Bleib cool am Pool" eingeführt. Die Jugendlichen sollen in den Sommerbädern Neukölln, Pankow, und Spandau-Süd potenzielle Störer des Badebetriebs schon vor dem Betreten des Bades erkennen und gar nicht erst reinlassen. Das Projekt sei den Bäderbetrieben zufolge sehr erfolgreich.

"Es ist mindestens drei Jahre her, dass es in dem Sommerbad Neukölln zu einem Vorfall kam", sagte Bädersprecher Matthias Oloew dieser Zeitung. Bis auf wenige Ausnahmen sei die Stimmung dort generell entspannt. Wie bei dem Vorfall am Dienstagabend seien es vor allem junge Männer, die ihre Grenzen durch auffälliges Verhalten austesten wollen. Im Jahr 2016 seien bei sechs Millionen Badegästen 120 Hausverbote verhängt worden. Diese Zahl sei über die vergangenen Jahre immer konstant gewesen.

Obwohl es in den vergangenen Jahren selten zu Ausnahmesituationen kam, wollen die Berliner Bäderbetriebe infolge der Räumung am Dienstagabend die Einlasskontrollen am Sommerbad Neukölln ab sofort wieder strikter handhaben.

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