Dieser Busch gibt kein schönes Bild ab. Sollte er dieser Tage normalerweise schon grüne Blätter und viele Knospen tragen, ist dieses Pfaffenhütchen umsponnen mit milchig weißen Spinnweben. Viele Berliner, die in der Hasenheide in Neukölln an dem gespenstisch anmutenden Busch vorbeigehen, halten bewusst einen großen Sicherheitsabstand. Sie vermuten hinter den Spinnweben den gefährlichen Eichenprozessionsspinner. Die feinen Brennhaare der Raupe sind für den Menschen bei Berührung giftig.
Michaela Hecht, Meisterin für die Grünanlagen in Nord-Neukölln, kann aber Entwarnung geben: „Es handelt sich bei dem Insekt, dass in dem Pfaffenhütchen seine Larven abgelegt hat, um keinen Eichenprozessionsspinner, sondern um eine Gespinstmotte.“ Diese sind laut der Expertin „völlig ungefährlich für den Menschen“. Namensgebend für diese Mottenart sind die Gespinste, eine Art Kokon, in denen sie sich im Raupenstadium in Gruppen verpuppen. Während dieses Stadiums ernährt sich die Gespinstmotte von den Blättern, Knospen und Blüten von Süßgräsern – in diesem Fall denen des Pfaffenhütchens. Man könne zur Bekämpfung des Insekts den Busch zwar zurückschneiden, dies wird das Grünflächenamt Neukölln laut Hecht aber nicht tun: „In gut vier Wochen werden sich die Raupen zu Motten weiterentwickeln. Dann wird auch der Pfaffenhütchen wieder austreiben.“


