In geheimer Wahl stimmten 34 Bezirksverordnete für die Abwahl, zwei waren dagegen. Die CDU-Fraktion nahm nicht an der Wahl teil. 37 Verordnete hätten dem Antrag zustimmen müssen, damit er Erfolg hat.
Die CDU-Fraktion hatte vor dem Wahlgang geschlossen den Saal verlassen. "Wir bleiben der Wahl fern, weil der Antrag jeder Grundlage entbehrt", sagte Vize-Fraktionschef Christopher Kroll. Es bedürfe handfester Versäumnisse, um die Stadträtin abzuwählen. Diese lägen nicht vor. Für die Abwahl wäre eine Zweidrittelmehrheit erforderlich gewesen, also 37 der 55 Stimmen der Bezirksverordneten. Schon im Vorfeld war klar gewesen, dass die Abwahl nur mit zusätzlichen Stimmen der NPD oder der CDU-Fraktion zustandekommen würde. Die antragstellenden Fraktionen kamen nämlich - die Befürwortung der Grauen bereits mitgerechnet - nur auf 36 Stimmen.
In der vorausgegangenen zweistündigen Debatte hatten die Fraktionen, die auf die Abwahl drängten, Stefanie Vogelsang fachliche Unzulänglichkeiten, Fehlentscheidungen und Untätigkeit vorgeworfen. Das Vertrauensverhältnis sei dauerhaft zerstört, eine konstruktive Zusammenarbeit nicht mehr möglich, hieß es.
Stefanie Vogelsang (42) ist seit 1995, mit einer zweijährigen Unterbrechung, Bezirksstadträtin in Neukölln. Von 1995-1999 war sie für Gesundheit und Soziales zuständig. 2001 kehrte sie als Bezirksstadträtin für die Abteilung Bauwesen in das Amt zurück. Seit 2006 ist sie stellvertretende Bezirksbürgermeisterin und Stadträtin für Bürgerdienste und Gesundheit.
kla



