Berliner Theater wollen mit Regenbogenbänken ein Zeichen setzen: Berlin soll eine Regenbogen-Hauptstadt sein, in der queere Menschen willkommen sind. Auf Initiative des Berliner Ensembles in Berlin-Mitte stellen mehrere Kulturinstitutionen eine Regenbogenbank auf, als Geste der Solidarität mit der queeren Community. Dabei sind unter anderem das Deutsche Theater, der Friedrichstadt-Palast, das HAU Hebbel am Ufer, die Komödie am Kurfürstendamm, das Maxim-Gorki-Theater, die Staatsoper Unter den Linden und die Sophiensæle.

„Die Entscheidung liegt auf der Hand“
„Es ist ein sehr ungutes Zeichen gesetzt worden, indem Bänke attackiert worden sind, wieder und wieder“, sagte Oliver Reese, Intendant des Berliner Ensembles, der Morgenpost. „Wir machen die natürliche Gegenreaktion: Wir stellen Bänke auf.“ Die Regenbogenbank stehe für Vielfalt und Diversität und solle an seinem Haus ein sichtbares Zeichen sein.

Besonders freut ihn, dass andere Theater sofort gefolgt seien. Es sei nicht nur das Berliner Ensemble, sondern viele Häuser hätten nun bunte Bänke. Sorge, dass die Bank zerstört werden könnte, äußert Reese nicht. „Aus dem Brustton der Überzeugung: Sie wird bei uns hervorragend im Auge behalten“, sagte er. Rund um die Uhr sei ein Pförtner im Haus. Das Berliner Ensemble sei zudem „ein sehr offenes, ein sehr lebendiges Haus“, in dem immer etwas los sei.
Bank am Friedrichstadt-Palast soll sichtbar werden
Die Bank des Friedrichstadt-Palastes steht nach Angaben von Intendant Berndt Schmidt bereits am Bühneneingang. Endgültig aufgestellt werden soll sie an der Ecke Friedrichstraße/Johannesstraße. Dafür müsse sie aus Sicherheitsgründen im Boden verankert werden, damit niemand sie auf die Straße werfen könne. Das dauere voraussichtlich vier bis sechs Wochen.
Derzeit sei die Bank nur von der Rückseite zu sehen. Künftig solle sie für Passanten von vorn sichtbar sein. „Das ist die Message: sichtbar sein da vorn“, sagte Schmidt.

Der Ort sei bewusst gewählt: Eine Stele erinnere dort an Max Reinhardt und an Eric Charell. Charell stand laut Schmidt 1924 zum ersten Mal mit einer Revue auf der Bühne des Hauses und war schwul. Das wird auf der Stele ebenfalls genannt. Von der Bank aus könne man sich hinsetzen und auf das Denkzeichen schauen.
Bezug zum Gedenkort für den CSD-Anschlag
Die Aktion hat laut Schmidt auch mit dem Gedenkort für den CSD-Anschlag zu tun. Dieser sei schon fünfmal zerstört worden. „Die bedrohliche Botschaft der Täter ist ja: Ihr sollt verschwinden“, sagte Schmidt. „Unsere Botschaft an die queere Community ist: Ihr gehört selbstverständlich dazu, und wir stehen hinter euch. Das ist die Antwort, die wir als Kultureinrichtungen von Berlin den Tätern geben.“



