Das Werbeschild des Nudelrestaurants steht noch immer. Angekettet an einen Fahrradständer an der Friedrichstraße in Berlin-Mitte. Weil er dadurch seit Monaten nicht nutzbar ist, aber kein Amt etwas unternimmt, hat die Morgenpost, wie berichtet, im Restaurant, beim Bezirksamt Mitte und bei Experten nachgefragt. Das Ergebnis ist so sinnfrei, dass der Fall eigentlich in eine Satire-Show gehört. Oder in ein Trauerspiel.
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Im Restaurant heißt es, das Schild sei angekettet, damit es nicht wegfliegt. Wahrscheinlicher ist, dass dadurch Diebstahl verhindert werden soll. Bei eigenem Eigentum ist man offenbar sensibler als bei den für je 310 Euro installierten und von der Stadt bezahlten Radbügeln.
Alles brav in der Ordnungsamt-App eingetragen – aber ohne Rückmeldung
Die Fahrradlobbyisten vom ADFC sprechen weit deutlicher von „Zweckentfremdung“. Die AG Mobilität der Grünen in Mitte findet: „Dass der Aufsteller dort nicht hingehört, ist eindeutig.“ Und der Vizechef des Verkehrsausschusses sagt, an Regeln müsse sich bitte jeder halten. „Auch Gewerbetreibende.“

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So weit so unmissverständlich. Dumm nur, dass in Berlin immer dann etwas nicht funktioniert, wenn man es am wenigsten erwartet. Zum Beispiel bei der Ordnungsamt-App des Landes. Dort hatte die Morgenpost im Juni das Ganze mal testweise gemeldet. Die App feierte in jenen Tagen zehnjähriges Bestehen.
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Allerdings antworteten die Amtsleute daraufhin nie, was man zu unternehmen gedenkt. Sie ließen stattdessen Fakten sprechen. Und so steht, wie eingangs erwähnt, das Werbeschild noch immer. Bei der Pressestelle des Bezirksamts Mitte antwortete man uns, entfernt werde das Schild nur im Notfall: bei Gefahr in Verzug. Jetzt unsere Bitte, lieber Leser: Überlegen Sie sich hier den bissigen Schlusssatz ausnahmsweise selbst. Denn uns fällt bei solchen Zuständen einfach nichts mehr ein.






