Wenn am Mittwoch (9. September) der Baustart von insgesamt 89 neuen Wohnungen an Melchiorstraße und Engeldamm sowie an der Neuen Jakobstraße in Berlin-Mitte gefeiert wird, wird sogar der Regierende Bürgermeister Kai Wegner (CDU) erwartet. Während das Land Berlin den Neubau durch das landeseigene Immobilienunternehmen WBM begrüßt, bereitet er vielen Anwohnern Sorgen. Sie fürchten um ihre Wohnqualität.

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Für den Neubau an Engeldamm und Melchiorstraße verschwindet nämlich ein grüner Innenhof. In einem offenen Brief an Kai Wegner fordert die Nachbarschaft, die sich zu einer Initiative zusammengeschlossen hat, den Baustart auszusetzen. Sie fordert Mitbestimmung bei dem Nachverdichtungsprojekt, das das Wohnen für die Nachbarschaft verändern wird. Besonders verärgert sind die Anwohner darüber, dass die beiden Projekte gemeinsam beworben werden. Doch für die Anwohner gibt es zwischen beiden Neubauten einen erheblichen Unterschied.

Berlin-Mitte: Anwohner kritisieren geplante Bebauung im grünen Innenhof

„Die beiden Projekte sind nicht vergleichbar“, schreibt die Initiative in einer Mitteilung. „In der Neuen Jakobstraße wird eine ehemalige Parkplatzfläche bebaut. Zwischen Engeldamm und Melchiorstraße soll dagegen ein gewachsener, parkähnlicher Innenhof mit altem Baumbestand überbaut und versiegelt werden.“ Die Anwohner seien bei den Planungen nicht einbezogen worden, schreiben sie.

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„Große alte Bäume und dichte Gehölze sollen weichen, Grünflächen versiegelt werden. Damit verlieren wir Licht, Luft und Sonne, gemeinschaftlich nutzbaren Freiraum und einen grünen Rückzugsort, der gerade an heißen Sommertagen Schatten und Abkühlung bietet und zur Klimaresilienz des Quartiers beiträgt.“ Der Neubau im Innenhof solle dabei nicht nur viel Grün vernichten, sondern die Bestandsgebäude aus den 1950er-Jahren außerdem um zwei Etagen überragen.

Anwohner fordern kleineres Gebäude und Erhalt der Bäume

Die Initiative fordert ein kleineres Gebäude, damit mehr Licht und Platz für die Anwohner erhalten bleiben. Sie wünschen sich zudem, dass die meisten Bäume erhalten bleiben. Sie fordern: „Herr Wegner, handeln Sie jetzt!“ Und weiter: „Wohnungsbau muss mit den Menschen gestaltet werden, die bereits dort leben – nicht gegen sie.“

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Dass es tatsächlich zu einem abweichenden Baustart kommt, ist zurzeit nicht zu erwarten. Die WBM hat angekündigt, den Beginn am Mittwoch unter Anwesenheit von Wegner, Bausenator Christian Gaebler (SPD), Bezirksbaustadtrat Ephraim Gothe (SPD) sowie Lars Dormeyer und Steffen Helbig, den beiden Geschäftsführern der WBM, feiern zu wollen.