Eine Regenbogenbank an der Gedenkstätte für die Opfer des Terroranschlags auf den Berliner Christopher Street Day (CSD) ist stark beschädigt worden. Die Zerstörung wurde am Dienstagmorgen an dem Gedenkort nahe Bellevueallee und Ahornsteig im Großen Tiergarten entdeckt.

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Fotos zeigen die bunt gestrichene Holzbank in Berlin-Mitte stark demoliert. Nach Angaben der Berliner Polizei wurde sie durch „massive Gewalteinwirkung“ zerstört. Eine Polizeistreife überprüfte den Ort. Die Bank soll jetzt wieder errichtet werden. Zunächst war der Vorfall bei der Pressestelle der Polizei noch nicht bekannt gewesen.

Zerstoerte Bank
Hass und Queerfeindlichkeit: Die Regenbogenbank am Ort des CSD-Anschlags wurde von Unbekannten zerstört.© BM | Privat

Der Gedenkort war erst wenige Wochen zuvor eingerichtet worden. Anfang August hatte das Bezirksamt Mitte in spontaner und unbürokratischer Eigenarbeit dort die Regenbogenbank aufgestellt und einen Ahornbaum gepflanzt. Beides sollte an die Toten und Verletzten des Terroranschlags vom 25. Juli 2026 erinnern und zugleich ein sichtbares Zeichen der Solidarität mit der queeren Community setzen.

Bürgermeisterkandidat Werner Graf: „Wir lassen uns nicht einschüchtern“

Jetzt reagierte Bezirksstadtrat Christopher Schriner (Bündnis 90/Die Grünen) mit einer klaren Ansage auf die Zerstörung: „Wenn die Bank zerstört wird, bauen wir sie erneut auf. Und wieder. Und wieder. Denn wir überlassen den öffentlichen Raum nicht denjenigen, die mit Hass und Zerstörung einschüchtern wollen.“ Bezirksbürgermeisterin Stefanie Remlinger (Bündnis 90/Die Grünen) sagte: „„Diese Bank steht für unsere Freiheit und für die Solidarität mit der queeren Community. Wer sie zerstört, will ein Zeichen gegen diese Werte setzen. Unsere Grundwerte sind nicht verhandelbar.“

Werner Graf, Spitzenkandidat von Bündnis 90/Die Grünen für die Wahl zum Berliner Abgeordnetenhaus, zeigte sich „fassungslos. Eine Regenbogenbank an einem Gedenkort für die Opfer des CSD-Anschlags wird zerstört. An genau diesem Ort haben Menschen geweint, getrauert, Blumen niedergelegt und Kerzen angezündet. Und es war der Ort, an dem Menschen brutal angegriffen, verletzt und sogar eine Person getötet wurde. Welcher Hass und welche Missgunst müssen jemanden leiten, der diesen Ort zerstört. Für mich ist das nicht nur ein Angriff auf einen Gedenkort, sondern auch ein Angriff auf queeres Leben und queere Sichtbarkeit. Aber wir lassen uns nicht einschüchtern. Wir sind queer und wir sind hier.“

„Fassungslos“ über Hass und Gewalt

Auch Berlins Queerbeauftragter Alfonso Pantisano reagierte bestürzt auf die Zerstörung. Auf Instagram schreibt er, er sei „fassungslos“, dass selbst „ein paar bunte Holzlatten, auf denen Menschen sitzen können“, offenbar zum Ziel von Gewalt würden. Er fragt: „Wann hört dieser Hass auf?“

„Was stimmt mit Menschen nicht? Wer einen Ort beschädigt, an dem Menschen um Tote trauern und an die Verletzten eines Terroranschlags erinnern, überschreitet für mich eine Grenze, für die mir langsam die Worte fehlen“, erklärte Pantisano.

CSD Anschlag: Baum und Regenbogenbank werden am Unglücksort aufgestellt
Der Queerbeauftragte Alfonso Pantisano Anfang August auf der frisch eingeweihten Regenbogenbank im Großen Tiergarten.© FUNKE Foto Services | Maurizio Gambarini

Ob die Bank gezielt wegen ihrer Bedeutung für die queere Community angegriffen wurde, ist bislang nicht bekannt. Auch zu möglichen Tatverdächtigen und zum genauen Zeitpunkt der Beschädigung lagen zunächst keine Angaben vor. Die Ermittlungen dauern an.