Das ab 7. August für alle offenstehende Volksbad vor der Volksbühne am Rosa-Luxemburg-Platz in Mitte ist aufgebaut und mit Wasser gefüllt. Die Konstruktion aus Holz, Plastik und Stahlrohren wurde von Bühnenbildner Simeon Melchior entworfen und wird nach dem Ende des Projektes am 1. Oktober 2026 abgebaut. Die Einzelteile sollen dann im Sinne des Nachhaltigkeitsgedankens für Bühnenbilder der Volksbühne genutzt werden.

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Da der reguläre Theaterbetrieb im Haus wegen technischer Arbeiten erst im Oktober startet, wird der Vorplatz mit einer 25-Meter-Schwimmbahn und einer Pommesbude bespielt. Das kostenlose Angebot wird durch verschiedene Formate ergänzt, die den Pool als Ort des Austauschs nutzen:

Volksbad
Wiederverwendbarer Unterbau aus Holz und Stahrohren: Das Volksbad vor der Volksbühne Ende Juli 2026.© BM | Iris May

Kraulkurs und Synchronschwimmen: Das ist am Pool geplant

Im Rahmen des Volksbades sind eine Reihe offener Schwimmformate geplant, die einen spielerischen Zugang zum Element Wasser ermöglichen wollen, wie das Organisations-Team des Volksbades der Morgenpost verriet. So etwa ein offener Kraulkurs oder ein Training, das in die Kunst des Synchronschwimmens einführt.

Volksbühne
„Ophelia’s Got Talent“ heißt das Theaterstück von Florentina Holzinger, das die Inspirationsquelle zum Volksbad-Projekt war.© Nicole Marianna Wytyczak | Nicole Marianna Wytyczak

Die Teilnahme an diesen Formaten soll über die Buchung eines kostenlosen Zeitfenstertickets über die Website der Volksbühne erfolgen. Auch darüber hinaus sind über den Verlauf des Projektes kleinere Interventionen am Volksbad geplant, die über einen Kalender am Volksbad selbst und auf der Website der Volksbühne ab dem 4. August angekündigt werden. 

Denn ab dem 4. August kann sich jeder, der schnell genug ist, ein Gratis-Zeitslot-Ticket sichern. Eine Sprecherin des Volksbades erklärt: „Ein Ticket kann man generell immer erst drei Tage vor dem Gültigkeitstag erwerben, nicht früher.“ Maximal 50 Personen dürfen gleichzeitig ins Becken springen. „Wir vergeben Zwei-Stunden-Zeitslot-Tickets“, so die Sprecherin.

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Volksbad: Erfrischung für bis zu 24.000 Menschen

Das Volksbad-Projekt soll bis zu 24.000 Menschen in Berlin eine Gratis-Erfrischung im Becken ermöglichen. Die Kosten für das heiß ersehnte Schwimmbecken belaufen sich auf rund 300.000 Euro. Sie werden aus dem laufenden Haushalt der Volksbühne gestemmt.

Warum das neue Team um Intendant Mathias Lilienthal diesen hohen finanziellen und organisatorischen Aufwand betreibt, erklärt es auf der Website: „In einer Stadt, in der in den letzten Jahrzehnten systematisch Infrastruktur abgebaut wurde, und öffentliche Orte zunehmend kommerzialisiert und kontrolliert werden, ist das Volksbad eine erste urbane Intervention der neuen Intendanz und eine sommerliche Einladung an die Hauptstadt.“

VOLKSBAD am Rosa-Luxemburg-Platz
Ungewohnter Anblick: Der Pool vor dem Eingang zur Volksbühne.© FUNKE Foto Services | Reto Klar

Das temporäre Freibad ist nicht nur ein Statement der neuen Theaterleitung, die damit ein Zeichen gegen Einsparungen der Infrastruktur in Berlin setzen will. Es ist auch ein erfrischendes Willkommensgeschenk an die Nachbarschaft zum Start der neuen Spielzeit. Egal ob Schüler, Rentner, Nachbarn, Wasserratten oder Theaterfans – jeder ist willkommen. Einen Ausweis muss man beim Einlass nicht vorzeigen. Hunde dürfen übrigens nicht mit ins Becken genommen werden. Aber, so heißt es auf der Website augenzwinkernd, „vielleicht gibt es zum Abschluss der Saison ja doch noch ein Hundeschwimmen – stay tuned“.