Drei, zwei, eins – und der Vorhang fällt. „Ahwe, der sieht ja aus wie ich“, ruft Bill Kaulitz – etwas laut, etwas schrill, aber 100 Prozent sympathisch. Typisch Bill eben. „Ja, Wahnsinn, wow“, flüstert Tom Kaulitz, deutlich leiser. Zum ersten Mal sehen die Zwillinge ihre Wachsfiguren – zeitgleich mit der Presse. Die drängt im Berliner Madame Tussauds um das beste Foto, das beste Video.

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Die Kaulitz-Brüder prüfen jedes Detail. Der eigenen Version aus Wachs gegenüberzustehen – das ist ein schräges Gefühl. „Die Figur sieht ja fast frischer aus als du in echt“, stichelt Tom in Richtung Bill. Beide lachen. Sie scheinen zufrieden mit dem Ergebnis, keine Enttäuschung, sondern Gelassenheit und Faszination. „Ich finde, man sieht hier richtig gut, dass wir Zwillinge sind“, sagt Bill und nickt zufrieden.
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Wachsfiguren tragen Outfits der Tokio-Hotel-Jubiläumstour
Die Wachsversionen der Kaulitz-Zwillinge tragen die originalen Outfits, die Tom und Bill bei dem 20-Jahre-Tokio-Hotel-Jubiläumskonzert in der Parkbühne Wuhlheide in Berlin 2025 anhatten: Tom schwarze Jeans und ein Von-Dutch-Shirt; Bill einen rot glitzernden, paillettenbesetzten Rennfahreranzug und silbern schimmernde Plateaustiefel. „Die Schuhe sind auch meine Originale“, sagt Bill. „Und ich wollte die unbedingt noch einmal auf einer Party tragen. Aber alle hatten Angst, dass die Schuhe dann nicht mehr rechtzeitig ankommen. Also habe ich sie sofort nach der Party nach London geschickt.“

Tom berichtet, dass er der Figur sogar sein „Glückstuch“ überlassen hat – ebenfalls im Original. Das Tuch hat Bill ihm einst geschenkt, und er hat es seitdem immer bei Auftritten bei sich gehabt, so Tom. (Wenn das hoffentlich mal kein Unglück für die kommenden Konzerte bringt.) Und auch die Gitarre ist eine echte Gibson, sagt der Tokio-Hotel-Gitarrist, während er beinahe andächtig über das Instrument streicht, das um seine Wachsversion hängt.
Tom Kaulitz: „Die Figuren waren wirklich aufwendig“
Von der ersten Sitzung bis zur Enthüllung verging knapp ein Jahr. Aus einer Pressemitteilung des Berliner Madame Tussauds geht hervor, dass das erste Sitting im September 2025 in München stattfand. Danach arbeiteten rund 20 Künstlerinnen und Künstler in London an den Wachs-Kaulitzen.
„Die Figuren waren wirklich aufwendig“, sagt Tom. „Die Herausforderung war, die ganze Zeit den gleichen Gesichtsausdruck zu machen. Ich hab zuerst überlegt zu lachen. Aber ich kann nicht so lange lachen“, sagt Tom bei dem Pressetermin zur Enthüllung – und lacht. Seine Sorge, dass die Figuren zu ernst aussehen könnten, scheint sein Zwillingsbruder jedenfalls nicht zu teilen.
Bill plappert währenddessen über den Entstehungsprozess: „Wir mussten uns ja fast komplett nackt ausziehen. Und dann dachte ich: Warum messen die denn auch untenherum überall? Ist das auch originalgetreu?“, scherzt Bill. „Ich dachte ja zuerst an ‚Die versteckte Kamera‘.“
Ich sag mal so: Es gab keinen Zentimeter, der nicht vermessen wurde.
Tom Kaulitz, Frontsänger der Band Tokio Hotel und Podcaster
Auch in ihrem Podcast „Kaulitz-Hills – Senf aus Hollywood“ sprachen beide immer wieder über die Wachsfiguren und deren Entstehung, erstmalig in einer Folge im April. Schon damals ulkte Bill: „Ich sag mal so: Es gab keinen Zentimeter, der nicht vermessen wurde.“ Und Tom konterte: „Dass man, wenn man sie angrabbelt, auch ein echtes Gefühl hat.“
Bereits die zweite Wachsfigur für Bill Kaulitz
Für Bill Kaulitz ist es bereits die zweite Wachsfigur im Berliner Madame Tussauds. „Mir hat das damals schon Spaß gemacht, und ich hab Tom viel davon erzählt“, so der Sänger bei dem Pressetermin zur Enthüllung. Er sei froh, dass sie dieses Erlebnis nun als Zwillingsbrüder teilen können. Bills erste Wachsfigur enthüllte das Wachsfigurenkabinett bereits 2008. Das ist beinahe 20 Jahre her. Damals war der Frontsänger der Band Tokio Hotel 19 Jahre alt. Und damals der jüngste Künstler mit einer eigenen Wachsfigur bei Madame Tussauds.

Bills Teenager-Wachsdouble trug Lederjacke, Lederstiefel und eine enge Lederhose. Dazu die ikonisch abstehenden schwarzen Haare und auffälliges Augen-Make-up. In einer Kaulitz-Hills-Folge erzählen die beiden von unternommenen Versuchen, die Figur anzupassen: neue Frisuren, ein Bart. „Das war nichts“, so Bill in dem Podcast.
Zudem sei die Figur sehr von den Menschen ramponiert worden, so die beiden in der Folge. Die Wachsfigur sei „richtig abgelutscht“ gewesen, sagt Tom: „Am Schluss sah sie einfach nicht mehr aus wie du.“ Höchste Zeit also für einen Tom – und einen neuen Bill aus Wachs.
Zu sehen sind die Wachsfiguren der Kaulitz-Brüder ab sofort im Berliner Madame Tussauds, Unter den Linden 74, 10117 Berlin, täglich geöffnet von 10 bis 18 Uhr.






