Nicht nur für Touristen, auch für viele Berliner und Berlinerinnen ist das Circus-Hotel am Rosenthaler Platz eine bekannte Adresse. Doch nun ist das Aus des fast 30 Jahre alten Hotels beschlossen, berichtet die „Berliner Zeitung“. Die Gründe sind vielschichtig, vor allem aber befindet sich Berlin nach Ansicht von Betreiber Andreas Becker im Wandel – und zwar nicht unbedingt in eine positive Richtung.

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Ende Oktober sollen sich die Türen des Circus-Hotels endgültig schließen. Die rund 200 Mitarbeiter wurden demnach bereits informiert. Ein Trost für alle Budget-Reisenden: Das benachbarte Hostel der gleichen Betreibergruppe bleibt vorerst geöffnet.

Circus-Hotel am Rosenthaler Platz schließt Ende Oktober – Immobilie ist sanierungsbedürftig

Hauptauslöser für die baldige Schließung sei der Sanierungsstau der Immobilie, sagte Becker gegenüber der Zeitung. Eigene Investitionen würden sich angesichts der Marktlage nicht lohnen, und der Besitzer selbst sei nicht bereit, Geld in die Hand zu nehmen, um das Gebäude an moderne Standards anzupassen. Laut Becker sei man auf der Suche nach einer neuen Immobilie in Berlin, wo die Betreibergruppe künftig Hotel und Hostel betreiben will.

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Als Hauptgrund nannte Becker gestiegene Personalkosten, vor allem aufgrund massiver Mindestlohnerhöhungen. Hinzu kämen Preissteigerungen für Energie, Wasser und Wärme. Online-Reiseplattformen würden zudem bis zu 18 Prozent des Umsatzes einreichen – in Kombination mit der City Tax von 7,5 Prozent seien das nach Ansicht von Becker enorme Kostentreiber.

Mitbegründer Becker: Offener Drogenkonsum wirkt abschreckend auf asiatische Gäste

Doch der Hotel-Mitbegründer sieht noch ein ganz anders, viel weitgreifenderes Problem: Obdachlosigkeit und offener Drogenkonsum. Die Annahme, dass das libertäre Nachtleben mit dem Wunsch nach Extremerfahrungen die breite Masse anziehe, sei falsch. In vielen Bereichen der Innenstadt rieche es durchgehend nach Marihuana. „Für die große Mehrheit der Besucher, wie Familien mit Kindern oder Menschen aus Ländern mit strengen Drogenregeln, ist das ein Zeichen von Kontrollverlust“, so Becker gegenüber der „Berliner Zeitung“.

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Und er wird noch konkreter: Der offene Drogenkonsum in Berlin sei vor allem hinsichtlich der weltweit am stärksten wachsenden Zielgruppe, dem asiatischen Tourismus, ein großes Problem. „Da in Asien Sauberkeit und eine strenge Drogenpolitik wichtig sind“, so Becker. Asiatische Gäste legten zudem großen Wert auf exklusive Shoppingmöglichkeiten – hier hat Berlin gegenüber anderen Großstädten wie München das Nachsehen.

rk