Wohl niemand brachte das Lebensgefühl für ein Café so gut auf den Punkt wie Thomas Natschinski. „In der Mokka-Milch-Eisbar hat sie mich geseh’n, in der Mokka-Milch-Eisbar, da ist es gescheh’n“, sang er 1968 in seinem Hit, der auch außerhalb der DDR-Grenzen Bekanntheit erlangte.

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Die Mokka-Milch-Eisbar in der Karl-Marx-Allee war nicht nur eine einfache Eisdiele. Sie war Lebensmittelpunkt für viele junge Leute Ostberlins. Ein einzigartiger Ort des Austausches.

Mokka-Milch-Eisbar eröffnet neu
Noch sind die Tische und Stühle der MOKKA*MILCH mit Folie verhangen. Das soll sich bald ändern.© FUNKE Foto Services | Reto Klar

Dass dieser Ort nun zum Leben erweckt und als Restaurant, Café und Eventlocation wiedereröffnet werden soll, ist eine gute Nachricht für Berlin. Vor allem aber ist es eine einmalige Chance, eine Institution der DDR aufleben zu lassen. Diese Chance wurde in der jungen Vergangenheit leider zu oft verpasst. Das zeigt die Diskussion um den Abriss des SEZ in Friedrichshain. Oder das Sporthotel Hohenschönhausen, das zu einem Schandfleck verkommen ist.

MOKKA*MILCH: Eine Institution eröffnet neu

In dem Restaurant, Bar und Café MOKKA*MILCH soll der Geist dieser alten DDR-Institution wiederbelebt werden. Zumindest die denkmalgeschützte Flachdachhalle wurde erhalten. Der alte DDR-Charme lässt sich dort noch spüren und soll durch moderne Elemente ergänzt werden.

Ob damit auch das alte Lebensgefühl zurückkehrt, bleibt jedoch fraglich. Die Karl-Marx-Allee ist längst keine Flaniermeile mehr. Viele Boutiquen und Geschäfte sind verschwunden. Ein neuer Treffpunkt für die Nachbarschaft wird der Laden wohl eher nicht. Allein, weil das Angebot vermutlich höherpreisig sein wird.

Doch immerhin ist es ein Anfang, die Geschichte Ostberlins und seiner Bewohner zu würdigen. Eröffnung ist am 23. Mai.