Wer denkt, Berlin sei kein Ort mit ländlichem Charme, der irrt. Auch in der Hauptstadt wird hier und dort ein Hauch von Brandenburger Bauernhof versprüht. Hunderte Schafe etwa weiden auf Berlins Flächen, tragen durch ihren Appetit zur Pflege von Grünanlagen bei und düngen mit ihrem Kot den Boden. Nun hat das Bezirksamt Mitte eine Ankündigung gemacht: Im April ziehen erstmals sogenannte Gotlandschafe in den Volkspark Rehberge in Wedding. Und es gibt noch mehr Orte in der Hauptstadt, an denen man Schafe und auch Kühe beobachten kann.

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Der Bezirksstadtrat für Grünflächen, Umwelt und Natur, Christopher Schriner (Grüne), sagt: „Natur und Stadt wieder zusammenzubringen, ist eine der großen Herausforderungen unserer Zeit. Mit der Beweidung durch Schafe gehen wir einen neuen Weg in der Pflege von Landschaft und Natur.“ Voraussichtlich am 22. April ziehen die Schafe in den Volkspark. Dort erfüllen sie eine wichtige Aufgabe. Denn durch die Beweidung der Rasenflächen werden diese offengehalten. Die gebietstypische Pflanzenwelt wird gefördert. Im besten Fall erhöht sich so die Artenvielfalt im Park.

Schonende Schafbeweidung schützt Lebensräume für Kleintiere

Schafe weiden zu lassen, hat einen klaren Vorteil gegenüber der maschinellen Mahd: Insekten, Amphibien, Reptilien und kleine Säugetiere werden bei der rücksichtsvollen Beweidung durch die Wiederkäuer weniger beeinträchtigt. Die Schafe werden in den Vegetationsmonaten voraussichtlich von April bis Oktober – je nach Wetterlage – im Einsatz sein.

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Damit es den Tieren gutgeht, ist es verboten, sie zu füttern. Ihre Weiden sind eingezäunt, sodass der restliche Park weiterhin für Besucherinnen und Besucher nutzbar sein wird. Hunde sollten zum Schutz der Schafe an der Leine geführt werden. Mehr Infos zu dem zweijährigen Projekt gibt es auf berlin.de und am 12. Mai bei einer Info-Veranstaltung. Details wird das Bezirksamt noch bekannt geben.

Gotlandschafe kommen auf dem Tempelhofer Feld zum Einsatz

Eine Herde der zähen Gotlandschafe findet man seit 2019 in den Sommermonaten auch auf dem Tempelhofer Feld. Dort halten sie in einem eingezäunten Bereich im Süden des Feldes das Gras kurz, um Nist- und Landeplätze für die dort heimische Feldlerche zu schaffen. Auch im Norden des Schlosses Charlottenburg weiden im Sommer wieder Schafe. Am 14. Juni wird sogar eine Führung mit Gartenmeisterin Andrea Badouin (10, ermäßigt 8 Euro) angeboten. Sie spricht über die Pflege der Wiesen und Rasenflächen und über das Beweidungskonzept.

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Wer im Norden Berlins zu Hause ist, für den sind die Wasserbüffel im Tegeler Fließ bereits ein gewohnter Anblick. Jedes Jahr im Frühjahr ziehen eine Handvoll Tiere auf die Wiesen im Reinickendorfer Ortsteil Hermsdorf. Ebenfalls schon lange „Berliner“ sind die schottischen Hochlandrinder auf den Wiesen zwischen Berlin-Buch und Schönwalde, direkt an der Grenze von Berlin und Brandenburg.

Wasserbüffel grasen im Sommer direkt an der Berliner A113

Als „Berliner Autobahnbüffel“ werden die Wasserbüffel des Landschaftsschutzparks Rudow-Altglienicke im Südosten der Stadt bezeichnet. Ihre Sommerweiden – im Frühsommer werden die Tiere auf die Wiesen getrieben – liegen direkt an der Autobahn A113, zum Teil im Bezirk Neukölln, zum Teil in Treptow-Köpenick.

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Überraschend weitläufig sind auch die Wiesenlandschaften des Eicheparks in Marzahn. Dort sind braune, zottelige Hochlandrinder zu Hause. Im Hintergrund die für den Bezirk typischen grauen Plattenbauten. Die Rinder gehören zum Verein Naturschutz Berlin-Malchow, der die Tiere schon seit 1995 für die Pflege der Flächen nutzt. Besonders ist hier, dass die Tiere das ganze Jahr auf den Weiden bleiben.