Im Fall des Mannes, der Ostermontag in Berlin-Gesundbrunnen von einem herabfallenden Blumenkübel getötet wurde, ermittelt nun die Berliner Staatsanwaltschaft. Dorthin wurde das Verfahren abgegeben, wie ein Polizeisprecher der Berliner Morgenpost sagte.

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Nun soll der genaue Hergang geklärt werden. Die Staatsanwaltschaft hat dafür unter anderem die Obduktion der Leiche des 61 Jahre alten Opfers angeordnet, wie ein Behördensprecher auf Anfrage der dpa mitteilte. Es wurde ein sogenanntes Todesermittlungsverfahren eingeleitet. Gegenstand ist die Frage, ob ein Fremdverschulden vorliegt.

Der Mann war am Montagnachmittag am Vinetaplatz unweit des Mauerparks von einem herabfallenden Kübel erschlagen worden. Polizei und Feuerwehr wurden gegen 15.15 Uhr alarmiert. Für den Mann kam jedoch jede Hilfe zu spät. Die Polizei sprach am Montagabend von einem „tragischen Unfallgeschehen“.

Nachbarin vermeidet Hauswände aus Angst vor herabfallenden Gegenständen

Mann offenbar von Blumenkübel erschlagen
Spuren auf dem Fußweg vor einem Mehrfamilienhaus zeugen von dem tragischen Unglück vom Ostermontag.© Carsten Koall/dpa | Carsten Koall

Am Unfallort war einen Tag danach nicht mehr viel von dem tödlichen Vorfall zu sehen. Neben dem Hauseingang stand eine kleine Grabkerze. Darüber hing ein Zettel mit Psalmen zu den Themen Leid und Trost. Sie habe vom Vorfall selbst nichts mitbekommen, sagte eine Frau, die mit ihrem Hund Gassi ging. Sie wohne in der Nachbarschaft. Über den Unfall zeigte sie sich schockiert und sagte, dass sie es immer vermeide, nahe an Hauswänden vorbeizugehen – aus Sorge, dass etwas herunterfallen könnte.

Die Balkone des mehrgeschossigen Hauses sind in die Fassade eingelassen und neben der Hauswand selbst nur mit einem schlichten Metallgeländer begrenzt. Einige Balkone sind mit Pflanzen oder kleinen Möbeln ausgestattet, andere scheinen weitgehend leer. Es wirkt so, als ob lose oder falsch gesicherte Gegenstände bei starkem Wind nach außen fallen könnten.

Mieter müssen ihre Balkone laut Degewo selbst sichern

Mann offenbar von Blumenkübel erschlagen
Die Reste des Blumenkübels.© Carsten Koall/dpa | Carsten Koall

Für Berlin und Brandenburg hatte der Deutsche Wetterdienst (DWD) zu Ostern Windböen vorausgesagt. Ob der das Gefäß aus der Verankerung eines Balkons riss, war am Dienstag unklar und ist nun Gegenstand der Ermittlungen. Auch das landeseigene Wohnungsunternehmen Degewo, dem das Gebäude gehört, verwies auf die Ermittlungsbehörden. Man sei betroffen, hieß es. Auf Nachfrage, wer für die Sicherung von Gegenständen auf Balkonen zuständig ist, heißt es aus dem Unternehmen: „Grundsätzlich sind Mieterinnen und Mieter für die sichere Aufstellung von Gegenständen auf ihren Balkonen verantwortlich.“

Es war nicht der einzige tragische Vorfall zu Ostern. Am Ostersonntag starben in Schleswig-Holstein drei Menschen, nachdem eine Böe einen Baum entwurzelt hatte. Dieser begrub eine Gruppe unter sich.