Zum vierten Mal lud die Berliner Mäzenin und Unternehmerin Yu Zhang 120 Menschen zum Female Impact Summit in den China Club, einem Klassentreffen der weiblichen Business-Elite Deutschlands. Zum Summit kamen auch Polizeipräsidentin Barbara Slowik Meisel, Innensenatorin Iris Spranger, Bundesgesundheitsministerin Nina Warken, die Vizepräsidentin des Europäischen Parlaments Silvana Koch-Mehrin oder Deutschlands bekanntester Arzt und Autor Eckhard von Hirschhausen.

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„Wir haben jedes Jahr einen anderen Fokus“, verriet Zhang der Morgenpost. „Immer gleich ist nur, dass wir sehr praktisch orientiert sind. Die Anwendung ist uns wichtig, was wir in Deutschland umsetzen können. Das Thema Künstliche Intelligenz ist so wichtig, dass es dieses Jahr sogar eine Sonderedition des Female Impact Summit zum Thema KI geben wird, am 30. Juni in Stuttgart.“

Ki Panel Female Impact Summit: v. li. Elena Simon (Managing Direktor Gcore), Christine Regitz (Präsidentin der Gesellschaft für Informatik), Maren Springmann (CIO Porsche AG), Tanja Rückert CDO Robert-Bosch GmbH und Walter Ballheimer (CEO Reflex Aerospace GmbH).
Das komplette Panel: v. li. Elena Simon (Managing Direktor Gcore), Christine Regitz (Präsidentin der Gesellschaft für Informatik), Maren Springmann (CIO Porsche AG), Tanja Rückert CDO Robert-Bosch GmbH und Walter Ballheimer (CEO Reflex Aerospace GmbH).© BM | Iris May

Aber auch beim Female Impact Summit am letzten Freitag im Februar ist das Thema omnipräsent: Einig sind sich alle, dass Künstliche Intelligenz (KI) absolut transformativ und revolutionär ist, „der große Gamechanger“ eben. „Daten sind das neue Öl“, erklärt beispielsweise Porsche-CIO Maren Springmann. „Nur an der Datenbasis mangelt es noch.“ Auch Tanja Rückert, Geschäftsführerin der Robert Bosch GmbH mit Zuständigkeit für Digital Business, sieht das so. „Unser Unternehmen investiert nicht ohne Grund 2,3 Milliarden bis Ende 2027.“ Assistiertes Fahren gebe es schließlich nur im Zusammenhang mit Künstlicher Intelligenz.

„Datencenter im Weltraum werden nie kommen“

„Unsere Wirtschaft braucht mehr Mut zur Innovation“, findet die Berliner KI-Unternehmerin und Tech-Optimistin Nicole Büttner. Die Insider berichteten auch, in welcher Richtung die Innovation gehen könnte: „Datencenter im Weltraum werden nie kommen“, ist sich der Reflex Aerospace-CEO Walter Ballheimer sicher. Der Satellitenbauer, der mit seinem Team in Berlin-Friedrichshain sitzt, glaubt allerdings an Mini-Atomkraftwerke. „Jedenfalls so lange, bis wir die Kernfusion haben, das könnte noch so 50 Jahre dauern.“

Yu Zhang, Initiatorin des Female Impact Summit (li.), mit Carin Martina Tröltzsch, Stellvertretende Vorsitzende des Vorstands der K+S Aktiengesellschaft (vormals Kali und Salz AG).
Yu Zhang, Initiatorin des Female Impact Summit (li.), mit Carin-Martina Tröltzsch, Stellvertretende Vorsitzende des Vorstands der K+S Aktiengesellschaft (vormals Kali und Salz AG).© BM | Iris May

Christine Regetz ist nicht nur Head of SAP Women in Tech. Als Präsidentin der Gesellschaft für Informatik vertritt sie auch rund 80.000 Informatikerinnen und Informatiker in Deutschland. Beim KI-Panel im China Club sagte sie: „KI ist in der Informatik schon alt. Die Technologie war lange vor dem Tool da.“ Das Deutsche Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz (DFKI) gebe es schon seit 35 Jahren. Sie betonte, dass Softwarekompetenzen weiterhin wichtig blieben. „Wir sollten die KI nicht nur konsumieren, sondern sie auch gestalten.“ Beim EU AI Act, der im August 2026 ausgerollt werden soll, werde allerdings übers Ziel hinausgeschossen.

Heißes Eisen: Ethik und Verantwortung für KI-Tools

Elena Simon von Gcore findet, dass man zunächst den Benefit betrachten solle, den eine KI-Technologie für das Unternehmen bringt und danach über rote Linien entscheiden, die nicht übertreten werden dürfen.

China Club
Bunte Stühle in einem Konferenzraum des China Clubs – für ein vielschichtiges Publikum und große Themen. Beim 4. Female Impact Summit wurden Themen wie Globale Wirtschaft, Gesundheit, Longevity und digitale Transformation behandelt.© BM | Iris May

Tanja Rückert vom Technikriesen Bosch berichtet, dass es im Konzern seit langem einen dreistufigen KI-Codex gebe. „Human in Comand, da hat der Mensch absolut das Sagen. Human on the Loop, da schaut der Mensch am Ende drauf und Human in the Loop, da entscheidet der Mensch im Prozess noch mit.“

Walter Ballheimer sagt einen Satz, der zu denken gibt: „Was nützt es uns, wenn wir moralisch sind, was nützen einem rote Linien, wenn die Konkurrenz diese nicht hat? Drohnen entscheiden beispielsweise oft autonom.“ Er sei mit Satelliten oft in solchen Kontexten unterwegs. 2024 schickte sein Unternehmen erstmals einen Satelliten mit Space X ins All.