Das Luxus-Quartier Tacheles an der Oranienburger Straße in Mitte steht sinnbildlich für die Gentrifizierung der Stadt. Nach der Wende wurde die frühere Einkaufspassage von Künstlern besetzt, die das Tacheles mit Aufsehen erregenden Projekten weit über Berlin hinaus bekannt machten. 2012 wurde das Gelände schließlich geräumt und geriet in die Hände des Bauherrn PWR, der das Areal zum Luxusquartier mit Quadratmeterpreisen von 15.000 Euro umbauen ließ.

Montag bis Samstag

Morgenpost der Chefredaktion

Die ersten News des Tages – direkt von der Chefredaktion. Montag bis Samstag um 6:30 Uhr.

Mit meiner Anmeldung zum Newsletter stimme ich der Werbevereinbarung zu.

Doch auch über zwei Jahre Jahre nach der Fertigstellung stehen in dem Quartier zahlreiche Wohnungen und Büroflächen leer. Gegenüber dem „Tagesspiegel“ hatte der Projektentwickler zwar erklärt, dass 90 Prozent der 176 Eigentumswohnungen verkauft seien, dennoch ist der Leerstand unübersehbar. Auch für viele Büro- und Gewerbeflächen haben sich noch keine Interessenten gefunden.

Auch interessant

Berlin-Mitte: Verdacht der Zweckentfremdung im Tacheles-Quartier

Laut „Tagesspiegel“ hat der Bezirk Mitte nun ein Zweckentfremdungsverfahren eingeleitet. „Es werden nunmehr Verfahren wegen möglicherweise ungenehmigten Leerstands aufgenommen“, erklärte ein Sprecher. In Berlin ist es verboten, Wohnungen ohne Genehmigung des Bezirks länger als drei Monate leer stehen zu lassen. Bei Verstößen drohen Bußgelder in erheblicher Höhe.

Auch interessant

Bereits vor Monaten hatte eine Ladenbetreiberin, die anonym bleiben wollte, gegenüber der „Berliner Morgenpost“ geklagt: „Die Mieten für die Läden hier sind viel zu teuer. Und es gibt wenig Laufkundschaft. Kein Wunder, dass die Interessenten nach genauer Überlegung immer wieder von der Miete zurücktreten. Deswegen ist es hier so leer.“

tok