Zum zweiten Mal wurden am Donnerstag bei Bertelsmann herausragende Frauen mit dem Brigitte Award für „Female Empowerment“ ausgezeichnet. Mit dem Award wurden in der Hauptstadtrepräsentanz Unter den Linden Frauen gewürdigt, die durch ihr Vorbild einen Unterschied machen. Brigitte-Leserinnen durften dabei inspirierende Frauen vorschlagen.

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So wie beispielsweise Regisseurin Doris Dörrie. „Als ich anfing, Filme zu machen, gab es das Internet noch nicht. Daher habe ich die Regisseurinnen beispielsweise in Südamerika nicht gekannt, die es damals schon gab. Ich habe keine weiblichen Vorbilder gefunden, also musste ich mir die Vorbilder unter Männern suchen, beispielsweise Truffaut“, verriet sie der Morgenpost. Die heute 70-Jährige war in der Kategorie „Moving Culture“ nominiert.

Doris Dörrie
Regisseurin und Vorreiterin: Doris Dörrie.© BM | Iris May

Was ihr das bedeutete? „Heute ehrlich gesagt nicht besonders viel, weil für mich der Frieden im Nahen Osten viel, viel wichtiger ist. Darüber bin ich unendlich glücklich.“ Dass Rechte für Frauen, die einmal erkämpft worden sind, derzeit wieder verloren gehen, findet sie ebenso traurig und deprimierend wie das Phänomen der „Trad Wifes.“ Können Filme die Welt verändern, Frau Dörrie? „Das glaube ich ehrlich gesagt nicht. Aber sie können ein Fenster aufmachen in eine fremde Welt.“

Hauptkategorien und Nominierte des Female Empowerment Awards:

  • Macherin: Feministische Juristin Lilith Rein, Incluencerin Natalie Dedreux, Aktivistin gegen Rechts Serpil Unvar
  • Moving Culture: Regisseurin Doris Dörrie, Chefdirigentin Joana Mallwitz, LGBTQ-Aktivistin und Rapperin Phenix
  • Future Economy: „Mrs Cum-Ex“ Anne Brorhilker, Informatikerin Eva Gengler, Unternehmerin Sylvia Pfefferkorn
  • Female Health: Herzchirurgin Dilek Gürsoy, Geschlechtersensible Medizinerin Ute Seeland und Journalistin Miriam Stein

Joana Mallwitz gewinnt Preis für „Moving Culture“

Laudatorin für die erste Kategorie „Moving Culture“ war die Soziologin Jutta Allmendinger. Über die Gewinnerin Joana Mallwitz sagte sie: „Die klassische Musik ist ein Männerclub. Doch Joana Mallwitz kann mit dem Sattel ihres Daumens ein ganzes Orchester in Wallung bringen. Jahrhunderte lang waren Frauen unsichtbar. Bei ihr war das nicht so. Die Saison mit einem Bolero zu eröffnen, das war cool und mutig. Sie inspiriert junge Musikerinnen und erschließt seltene von Frauen begangene Welten.“

Mallwitz nahm den Preis mit großer Bescheidenheit und Freude entgegen. Die 39-Jährige hatte gegenüber der Morgenpost im Vorfeld gesagt, dass „wir bei Sichtbarkeit und Gleichberechtigung noch lange nicht da sind, wo wir sein könnten.“ Sie habe aber einfach mit großer Begeisterung ihren Weg verfolgt.

Journalistin Miriam Stein
War nominiert: Bestseller-Autorin Miriam Stein kämpfte erfolgreich dafür, dass die Wechseljahre im aktuellen Koalitionsvertrag verankert wurden.© BM | Iris May

„Female Health“: Gender-Medizinerin Ute Seeland gewinnt

Die Internistin und Gender-Medizinerin Ute Seeland gewann in der Kategorie „Female Health“. Sie forschte ganz lange an der Charité im Bereich geschlechtersensible Medizin. „Was ich bis heute schockierend finde, ist, dass die Statistiken gar nicht sachlich kommuniziert werden. Die Lethalität bei Herzinfarkten ist bei Frauen zum Beispiel viel höher als bei Männern.“ Die geschlechtersensible Medizin sollte als Lehrfach aufgenommen werden. „Denn nur was geprüft wird, wird auch gelernt.“

„Macherin“: Incluencerin Natalie Dedreux gewinnt

Incluencerin Nathalie mit ihrer Übersetzerin
Gewinnerin: Incluencerin Natalie Dedreux (li.) mit ihrer Übersetzerin für leichte Sprache Anne Leichtfuß beim Brigitte Female Empowerment Award.© BM | Iris May

Nazan Eckes übergab den Preis als beste „Macherin“ an Incluencerin Natalie Dedreux. Die Journalistin und Bloggerin mit Down-Syndrom sprach mit hochkarätigen Politikern wie Angela Merkel und startet Petitionen. Sie bloggt und setzt sich beispielsweise für den Mindestlohn für Menschen wie sie ein. Bei der Preisverleihung sagte Dedreux: „Ich fühle mich sehr geehrt. Ich habe geguckt, wer noch mit mir nominiert war. Der Kampf, den Serpil Temiz Unvar gegen Rassismus kämpft, ist sehr wichtig.“

Serpil Unvar Nominierte
Nominierte Aktivistin gegen Rechts: Serpil Temiz Unvar, deren Sohn von einem Rechtsradikalen ermordet wurde. © BM | Iris May

Die 27-Jährige sagte: „So etwas wie Hanau darf nie mehr passieren! Auch Lilith Rein macht etwas Wichtiges.“ Dedreux will weiter „laut sein und für die Rechte von Menschen mit Down-Syndrom kämpfen.“

Future Economy: Auszeichnung für „Mrs Cum Ex“

Die ehemalige  Cum Ex Staatsanwältin Anne Brorhilker am Mittwoch (23.10.2024) vor einer Veranstaltung im Hamburger Rathaus .
Die ehemalige Cum Ex Staatsanwältin Anne Brorhilker am Mittwoch (23.10.2024) vor einer Veranstaltung im Hamburger Rathaus .© FUNKE Foto Services | Roland Magunia

In der Kategorie Future Economy gewann „Mrs Cum-Ex“ Anne Brorhilker. Die Juristin ist berühmt für ihren Kampf gegen Steuerhinterziehung und falsche Narrative. Über zwei Jahrzehnte lang war die heute 52-Jährige Staatsanwältin, zuletzt Oberstaatsanwältin und Hauptabteilungsleiterin der mit Cum/Ex-Fällen befassten Abteilungen der Staatsanwaltschaft Köln. Heute ist sie Vorständin bei Finanzwende und leitet den Bereich Finanzkriminalität.

Brigitte Award 2025 in Berlin - Die schönsten Bilder

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Die BRIGITTE Award-Preisträgerinnen (v.l.) Joana Mallwitz, Anne Brorhilker, Eileen Rogge-Khallouqi, Ute Seeland, Julija Nawalnaja, BRIGITTE-Chefredakteurin Susanna Riethmüller und Preisträgerin Natalie Dedreux.© BRIGITTE Award 2025 via Getty Images | Franziska Krug
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BRIGITTE Award-Preisträgerin Julija Nawalnaja, ausgezeichnet mit dem Ehrenpreis.© BRIGITTE Award 2025 via Getty Images | Franziska Krug
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BRIGITTE Award-Preisträgerin Joana Mallwitz, ausgezeichnet in der Kategorie „Moving Culture“.© BRIGITTE Award 2025 via Getty Images | Franziska Krug
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BRIGITTE Award-Preisträgerin Natalie Dedreux, ausgezeichnet in der Kategorie „Macherin“.© BRIGITTE Award 2025 via Getty Images | Franziska Krug
BRIGITTE Award-Preisträgerin Anne Brorhilker, ausgezeichnet in der Kategorie „Future Economy“.
BRIGITTE Award-Preisträgerin Anne Brorhilker, ausgezeichnet in der Kategorie „Future Economy“.© BRIGITTE Award 2025 via Getty Images | Franziska Krug
BRIGITTE Award-Preisträgerin Ute Seeland, ausgezeichnet in der Kategorie „Female Health“.
BRIGITTE Award-Preisträgerin Ute Seeland, ausgezeichnet in der Kategorie „Female Health“.© BRIGITTE Award 2025 via Getty Images | Franziska Krug
BRIGITTE Award-Preisträgerin Eileen Rogge-Khallouqi, ausgezeichnet in der Kategorie „Shero“.
BRIGITTE Award-Preisträgerin Eileen Rogge-Khallouqi, ausgezeichnet in der Kategorie „Shero“.© BRIGITTE Award 2025 via Getty Images | Franziska Krug
Journalistin, Moderatorin und Autorin Pinar Atalay.
Journalistin, Moderatorin und Autorin Pinar Atalay.© BRIGITTE Award 2025 via Getty Images | Franziska Krug
Moderatorin Nazan Eckes.
Moderatorin Nazan Eckes.© BRIGITTE Award 2025 via Getty Images | Franziska Krug
Regisseurin und Drehbuchautorin Doris Dörrie.
Regisseurin und Drehbuchautorin Doris Dörrie.© BRIGITTE Award 2025 via Getty Images | Franziska Krug
Schauspielerin und Sängerin Isabel Varell.
Schauspielerin und Sängerin Isabel Varell.© BRIGITTE Award 2025 via Getty Images | Franziska Krug
Schauspielerin und Moderatorin Milka Loff Fernandes.
Schauspielerin und Moderatorin Milka Loff Fernandes.© BRIGITTE Award 2025 via Getty Images | Franziska Krug
Jesper Doub, Geschäftsführer FUNKE Medien National Brands; Janina Süss, Geschäftsführerin FUNKE Women, People & Family GmbH; Susanna Riethmüller, BRIGITTE-Chefredakteurin sowie Henning Meyfarth und Managing Director BRIGITTE / Leitung Women Brands (v.l.n.r.).
Jesper Doub, Geschäftsführer FUNKE Medien National Brands; Janina Süss, Geschäftsführerin FUNKE Women, People & Family GmbH; Susanna Riethmüller, BRIGITTE-Chefredakteurin sowie Henning Meyfarth und Managing Director BRIGITTE / Leitung Women Brands (v.l.n.r.).© BRIGITTE Award 2025 via Getty Images | Franziska Krug

Ehrenpreis für Julija Nawalnaja

Julija Nawalnaja, Witwe des russischen Oppositionellen Alexej Nawalny am Teppich bei der Verleihung des Brigitte-Awards für Female Empowerment.
Julija Nawalnaja, Witwe des russischen Oppositionellen Alexej Nawalny am Teppich bei der Verleihung des Brigitte-Awards für Female Empowerment.© Fabian Sommer/dpa | Fabian Sommer

Die Witwe des in Russland ermordeten Oppositionspolitiker Alexej Nawalny Julija Nawalnaja erhielt einen Ehrenpreis für ihre Tapferkeit im Beistand für ihren Mann und im Kampf für Menschenrechte. Nawalnaja sehen viele als „First Lady“ der Opposition gegen den Diktator Wladimir Putin.

Kategorie „Shero“: Eileen Rogge-Khallouqi

Eileen Rogge-Khallouqi wurde als „Shero“ ausgezeichnet. Sie begann vor sieben Jahren im Rahmen einer Instagram-Challenge mit regelmäßigem Lauftraining – und gründete eine eigene Online-Lauf-Community. Die schnell wachsende Community „Running Moms“ besteht großteils aus Müttern. Sie ermutigen Frauen jeden Alters zu Sport ohne Leistungsdruck und haben bei bundesweiten Spendenläufen bereits rund 40.000 Euro für Hospize und Kinderhilfsorganisationen gesammelt.

In der Jury saßen so inspirierende Frauen wie Janina Kugel, Verena Bentele, Jutta Allmendinger, Ingrid Heisserer, Natalya Nepomnyashcha, Susanna Riethmüller, Jeannette Gusko, Gilda Sahebi, Ildikó von Kürthy und Mirijam Trunk. Auf der Gästeliste: Monica Meier-Ivancan, Natalia Wörner, Ricarda Lang, Pinar Atalay, Aminata Belli, Teresa Bücker, Nazan Eckes, Katrin Göring-Eckardt, Mareile Höppner, Florence Kasumba, Milka Loff Fernandez, Anna von Bötticher.