Die Berliner Gastronomie mag sich allgemein in einer Krise befinden, weil die Hauptstädter versuchen, ihr Geld zusammenzuhalten und dabei seltener ins Restaurant gehen. Das „Cookies Cream“, ein vegetarisch-veganes Restaurant mit Michelin-Stern, zieht jedoch unverändert Menschen in seinen Bann. Und das wahrscheinlich gerade, weil es andere Wege geht. „Trendy, hip und sicher eines der berlinsten Restaurants der Stadt!“, urteilt der Guide Michelin. Nun hat das Gastro-Team sein Herbst-Menu vorgestellt und dabei so einige Überraschungen serviert.

Montag bis Samstag
Morgenpost der Chefredaktion
Die ersten News des Tages – direkt von der Chefredaktion. Montag bis Samstag um 6:30 Uhr.
Mit meiner Anmeldung zum Newsletter stimme ich der Werbevereinbarung zu.
Wer den versteckten Eingang zum Cookies Cream hinter dem Westin Grand Hotel erst einmal gefunden hat, fühlt sich sowieso schon wie ein Insider oder wie ein erfolgreicher Schatzsucher. An der spärlich beleuchteten Bar kann man dann wie früher im Nightlife zum Vorglühen einen Aperitif trinken. Nur dass es im Cookies neben Champagner und sehr interessanten Weinen auch sehr interessante nicht-alkoholische Cocktails gibt. Zum Beispiel den „0.0 Cream“ mit Kohlrabi, grüner Paprika, Zitrone, Traube, Verjus und Soda.
Restaurant Cookies Cream in Berlin: Anleihen aus der asiatischen Küche

Im Cookies Cream wird jede Zutat gefeiert. Das Herbstmenu heißt „Luminous Roots“ (dt. leuchtende Wurzeln“). Es enthält aber nicht nur Rettich, Steckrübe oder den Winterpilz „Enoki“. Sondern auch beispielsweise die „Roscoff Zwiebel“. Diese rosafarbene Zwiebelsorte aus der Bretagne kombiniert Küchenchef Nicholas Hahn mit Artischocke und Bergkäse. Dem Chicorée, den er in schmalen Filets in Nussbutter serviert, nimmt er jede Bitterkeit und dem Rettich seine manchmal etwas harsche Schärfe. Dazu wird das ausnehmend leckere Krustenbrot der Bäckerei Domberger aus Kreuzberg mit aufgeschlagener veganer Butter serviert.
Die Gerichte im Cookies Cream sind, jedes für sich, ein kleines Kunstwerk, das mit einem passenden Getränk gepaart wird. Zum Spargel beispielsweise gibt es keinen Weißwein, sondern einen alkoholfreien Drink aus Aprikose, Orange und Jasmin, der schon mit seinem Duft gefangen nimmt. Zum Chicorée empfiehlt man hier den Chardonnay namens „Glücksjäger“ und zum Kürbis ein Nullprozent-Destillat aus Birne, Cranberry und Sichuan-Pfeffer.
Wie die Rezepte im „Cookies“ entstehen

Die Morgenpost fragte Heinz „Cookie“ Gindullis, wie die Rezepte im Cookies Cream zustande kommen. „Unser Küchenchef Nicholas Hahn ist wirklich experimentierfreudig“, so Gindullis. „Er probiert wirklich vieles aus, vom Fermentieren, Einlegen über Vakuumieren. Es dauert lange, bis er sagt, dass ein Gericht perfekt ist.“ Das Herbst-Menü enthalte viele Anleihen aus der asiatischen, vor allem der südkoreanischen Küche, und sei von Gerichten aus der ganzen Welt beeinflusst.
Woher der Spitzname „Cookies“ kommt

Heinz Gindullis ist in London geboren und mit vier Geschwistern dort aufgewachsen. Er kam 1992 mit 17 Jahren nach Berlin und arbeitete zunächst als Tellerwäscher. 1994 eröffnete der heute 51-Jährige den legendären Club „Cookies“, zunächst in der Auguststraße. 2007 eröffnete er das vegetarische Restaurant „Cookies Cream“, 2014 das „Crackers“ nebenan. Gindullis erinnert sich: „Ich habe als Club gestartet, der immer dienstags und donnerstags aufmacht und dann habe ich ja das Cookies Cream über dem Club gebaut. Irgendwann hatte ich keine Lust mehr auf den Club und habe gesagt, ich will aber ein tolles Restaurant bauen.“ Es sei schon verdammt viel Arbeit, vielleicht übernehme aber irgendwann seine Tochter das Unternehmen. Woher eigentlich der Spitzname Cookie kommt? „Cookie heiße ich seit meinem ersten Lebensjahr“, so Gindullis. „Meine Geschwister haben mich mal irgendwann umbenannt, weil jemand meinte, ich wäre so süß wie ein Keks.“
.





