Der Bezirk Mitte drückt aufs Tempo, wenn es um fahrradfreundliche Kieze geht. Für den Monat September hat der Bezirk Mitte den Baustart für gleich drei Fahrradstraßen in Wedding angekündigt. Damit ergänzen die neuen Vorrangstraßen für Velo-Fahrer die bereits vorhandenen in diesem Teil des Bezirks.

Mitte neue Fahrradstraßen
Am Nordufer in Berlin-Wedding sind Arbeiter in diesen Tagen mit Bau eines breiteren Gehwegs sowie einer Fahrradstraße beschäftigt. © FUNKE Foto Services | Jörg Carstensen

Denn Fahrradfahrer finden bereits in der Tegeler Straße und Lynarstraße im Sprengelkiez Fahrradstraßen vor. Letztere stellt dann nach Fertigstellung eine zusammenhängende Route mit dem Nordufer dar. Dort wird der Abschnitt bis zur Föhrer Straße zur Fahrradstraße erklärt. In diesen Bereichen dürfen nur Anlieger mit dem Auto durchfahren. Laut Bezirksamt haben die Arbeiten am Nordufer Anfang September begonnen. Sie finden in Absprache mit der Berliner Energie und Wärme GmbH statt, die dort das Fernwärmenetz ausbaut. So soll unnötige Doppelarbeiten vermieden und Sperrzeiten verkürzt werden.

Mehr Komfort für Fußgänger entlang des Nordufers in Wedding

Entlang des Nordufers werden nach dem Umbau auch Fußgänger mehr Komfort vorfinden. Es entsteht ein durchgängiger, verbreiterter Gehweg auf der Uferseite zwischen Föhrer Brücke und Torfstraßensteg. Der Weg ist Teil der Grünen Hauptwege Berlin.

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Gebaut wird auch in der Togostraße, eine Seitenstraße der Seestraße. Dort entsteht die Fahrradstraße zwischen Afrikanischer Straße und Transvaalstraße. Umgebaut wird auch die Uferstraße, die an der Panke in Gesundbrunnen entlangführt. Hier ist der Abschnitt zwischen Exerzier- und Wiesenabschnitt gemeint.

Fahrradstraße für Wedding: Grüne Kreuzungen und neue Fahrradständer

Um Markierungen und Beschilderungen anzubringen, sind einige Verkehrseinschränkungen notwendig. Diese können für Auto- und Radfahrer gleichermaßen gelten. Teil des Umbaus sind immer auch die Kreuzungen. Sie werden baulich hervorgehoben, sodass Radfahrer und Fußgänger besser zu sehen sind. Hinzukommen neue Abstellmöglichkeiten für Fahrräder, Lastenräder und E-Scooter sowie eigens ausgewiesene Lieferzonen für den Wirtschaftsverkehr.

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Im Bezirk bereits zu finden, sind die sogenannten „grünen Gullys“. Das sind Rasenflächen um Abflüsse herum, auf denen Regenwasser versickern kann. Sie werden in Wedding Teil der „grünen Kreuzungen“ sein, wie das Bezirksamt in einer Mitteilung erklärt. Neben Markierungen und Pollern werden im Kreuzungsbereich außerdem grüne Gullys integriert. „Das bedeutet: mehr Sicherheit, weniger versiegelte Flächen und ein Plus fürs Stadtklima. So verbinden sich Verkehrssicherheit und Aufenthaltsqualität miteinander“, erklärt Bezirksverkehrsstadtrat Christopher Schriner (Grüne).

Zuletzt war die Umsetzung von Radverkehrsprojekten in vielen Bezirken ins Stocken geraden. Neben Personalmangel geben einige Bezirksverwaltungen auch Finanzierungslücken als Grund für Verzögerungen an. Auch im Falle von Uferstraße und Nordufer war zuletzt ungewiss, wie sie finanziert werden können. Berlin unterliegt einem Sparzwang. Nicht jedes Radfahr-Projekt darf also noch auf baldige Realisierung hoffen.