Berlin erreicht neue Hitze-Rekorde, am Freitag werden bis zu 37 Grad in der Hauptstadt erwartet. Den meisten steht der Sinn da eher nach Abkühlung im Wasser als nach Kultur. Ein Museum punktet jedoch gerade mit einer besonderen Ausstellung, die sowohl optisch betört, als auch kühlt: Bei der Nebelskulptur von Fujiko Nakaya können die Besucher nämlich tief in kühle Dunstwolken eintauchen.

Nebel Nationalgalerie
Besucherin im feinen Wassernebel der Installation von Fujiko Nakaja in der Neuen Nationalgalerie.© BM | Iris May

Beim Eintritt in den Skulpturengarten werden Besucher gewarnt: „Hindernisse und Personen sind nur noch schwer erkennbar. Bitte bewegen Sie sich langsam und behalten Sie Ihre Kinder im Blick.“ Es wird empfohlen wenige Minuten vor der vollen Stunden in den Garten zu kommen, da die Türen während des Nebels rund zehn Minuten lang verschlossen werden.

Redakteur in Nebel
Schwer zu erkennen, aber erfrischt: Redakteurin Iris May in der Nebelskulptur des Skulpturengartens.  © BM | Iris May

Wir sprachen mit Besuchern, die die Ausstellung als „eine sinnliche Erfahrung“, „romantisch“, „überraschend“ und „sanft kühlend“ beschrieben. Kuratorin Lisa Botti verrät ein paar Hintergründe über die besondere Ausstellung.

Diese Besucher aus New York genossen den Wassernebel gemeinsam.
Nebel Neue Nationalgalerie
Diese Besucher aus New York genossen den Wassernebel gemeinsam.

Frau Botti, gehen Menschen bei der extremen Hitze weniger ins Museum?

In der Tat ist in der Neuen Nationalgalerie dank der vielen großartigen Ausstellungen wie Lygia Clark und Yoko Ono, welche parallel laufen, aber vor allem auch durch die interaktive Ausstellung von Fujiko Nakaya kein Sommerloch zu spüren. Wir haben eine sehr hohe Besucherzahl.

Nikk Lisa
Nikk aus Berlin und Lisa aus Lissabon sind kein Paar, fanden den Wassernebel aber „trotzdem irgendwie romantisch“.© BM | Iris May

Kann man in die Nebelskulptur hineingehen? Oder wie muss man sich das vorstellen?

Die Nebelskulptur von Fujiko Nakaya, die ja erstmals 1970 auf der Weltausstellung in Osaka, Japan, gezeigt wurde, ist absolut als interaktive Installation angelegt: Man darf durch sie hindurchlaufen, man darf sie auf sich zukommen lassen, sie verdeckt gewisse Blickachsen, legt dafür andere Momente wieder frei.

Was ist das besondere an der Installation?

Das besondere ist auch in der Architektur des Mies Baus: Man kann sie von drei Perspektiven sehen: einmal aus dem Sammlungsgeschoss durch die 90 Meter lange Glas-Fassade heraus kann man sie betrachten, wie die einzelnen Nebelformen sich entwickeln, dann kann man in den Skulpturengarten eintreten und durch sie hindurchlaufen, sie spüren, der Blick wird beeinträchtigt, legt gewissen Flächen wieder frei und als Drittes kann man sie von der Terrasse der Neuen Nationalgalerie aus der Vogelperspektive sehen, wie sie langsam den Himmel empor schreitet

Fujiko Nakaya: Nebelskulptur, nur noch bis 14. September, Skulpturengarten der Neuen Nationalgalerie, Potsdamer Straße 50, Mitte, zu jeder vollen Stunde, ca. 10 Minuten; donnerstags 16-20 Uhr freier Eintritt, Tickets für die Neue Nationalgalerie gibt es hier.