Es war der letzte Besuch für viele Jahre, für manche sogar der wohl letzte Besuch überhaupt: Am Wochenende konnten noch einmal Tausende Menschen das berühmte Ischtar-Tor, die Prozessionsstraße und das Markttor von Milet sehen, bevor der Südflügel des Pergamonmuseums für zwölf Jahre schließt. Dafür nahmen die Besucher auch Wartezeiten in Kauf. Am Sonntagvormittag, dem letzten Besuchertag, bildete sich eine lange Schlange vor dem Eingang.

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Die Stiftung Preußischer Kulturbesitz zog am Sonntag ein positives Fazit der Aktion. „Man kann schon sagen, dass die Besuchertage gut angenommen wurden: Am Freitag haben wir rund 3400 Besuche gezählt, am Samstag circa 4600“, sagte eine Sprecherin auf Nachfrage. „Auch die Abendstunden wurden gut genutzt.“ Weil die Nachfrage nach den Tickets bereits im Vorverkauf groß war, wurden die Öffnungszeiten der Besuchertage verlängert, auf 10 bis 22 Uhr.

Pergamonmuseum-Südflügel öffnet vor Baumaßnahmen zu letzten Mal
Um noch einmal in den Südflügel des Pergamonmuseums in Berlin zu kommen, standen am Sonntagvormittag zahlreiche Menschen in einer Warteschlange vor dem Eingang.© DPA Images | Jörg Carstensen

Pergamonmuseum: Alle Besucher, die ins Museum wollten, kamen auch rein

Abgewiesen werden musste niemand, der noch einmal ins Pergamonmuseum wollte. „Wir konnten alle Besucher, die noch tagsüber spontan ins Haus wollten und eine Karte an der Tageskasse kaufen wollten, hineinlassen“, so die Sprecherin weiter. Die Stimmung sei entspannt gewesen.

Tatsächlich herrschte bei vielen Besuchern die Freude darüber vor, noch einmal die Chance zu bekommen, die berühmten Exponate zu sehen. Manchen älteren Menschen ging es auch darum, Abschied zu nehmen, eben weil die Wiedereröffnung so viele Jahre in der Zukunft liegt. Erst 2037 sollen das nächste Mal Besucher in den Südflügel gelassen werden.

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Bis dahin steht eine umfassende Instandsetzung des Gebäudes, die Neugestaltung der Außenanlagen sowie das Schaffen einer neuen Anbindung an die übrigen Häuser der Museumsinsel über die „Archäologische Promenade“ an. Schon an diesem Wochenende waren die Räume nahezu leer, kahle Wände, Baupläne oder ein Kabel, das mitten im Saal von der Decke hing, verkündeten schon den bevorstehenden Baustart.

Im Bauabschnitt A, zu dem der Nordflügel und der im Mittelbau angesiedelte Pergamonsaal ziehen, sind die Arbeiten dagegen schon weit fortgeschritten. Im Frühjahr 2027 ist die Wiedereröffnung dieses Teils des Pergamonmuseums geplant. Die Gesamtkosten der Instandsetzung könnten, inklusive Risiken und Preissteigerungen, am Ende bei 1,5 Milliarden Euro liegen.