Ein von der Humboldt-Universität freigestellter Professor ist seit 2. Dezember zurück im Dienst und soll ab April auch wieder Lehrveranstaltungen abhalten dürfen. Das berichtet der „Tagesspiegel“ mit Verweis auf eine Eilentscheidung des Berliner Verwaltungsgerichts. Die Entscheidung der Universität zur vorläufigen Dienstenthebung wurde demnach ausgesetzt.

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Gegen den Mann waren massive Vorwürfe erhoben worden. So soll er sich gegenüber Studentinnen sexuell übergriffig verhalten haben. Im Mai 2023 hatte eine Frau in einem Buchbeitrag geschildert, wie der nicht namentlich genannte Professor sie bei einem Sommerfest angefasst und geküsst haben soll. Bereits 2017 soll er zudem eine Doktorandin gegen ihren Willen bei einer Feier auf die Tanzfläche gezogen und sie bedrängt haben. Mehrere Augenzeugen bestätigten dem „Tagesspiegel“ den Vorfall.
HU: Professor soll Studentinnen nicht mehr allein treffen dürfen
Auch nach der Entscheidung des Gerichts läuft gegen den Dozenten weiter ein Disziplinarverfahren. Über den Ausgang entscheidet ebenfalls das Verwaltungsgericht. Die dortigen Richter hatten in ihrer Begründung zur Aussetzung der Dienstenthebung einen „ungenügenden Ermittlungsstand“ und teilweise einseitig belastende Ermittlungen der HU beanstandet.
Nach Informationen des „Tagesspiegel“ soll der Professor Studierende nicht mehr unter vier Augen zu Besprechungen treffen dürfen. Dazu wollte sich die Humboldt-Universität jedoch nicht äußern.
Nicht der erste Fall sexualisierter Gewalt an der HU
In jüngster Vergangenheit hatte es bereits einen ähnlichen Fall an der HU gegeben. Die Hochschule hatte dem Mann, einem Dozenten am Institut für Geschichtswissenschaften, nach mehr als 30 Jahren Beschäftigung im August 2023 außerordentlich gekündigt. Zuvor hatten Unbekannte in einem offenen Brief dem Dozenten sexualisierte Gewalt und Machtmissbrauch vorgeworfen.
Nach Gerichtsangaben hatte die Humboldt-Universität dem Dozenten bereits in den Jahren 2007, 2010 und 2014 Abmahnungen wegen verbal sexualisierter Übergriffe erteilt. Die Humboldt-Uni und der gekündigte Dozent hatten nach einem Rechtsstreit einen Vergleich geschlossen. Danach endete das Arbeitsverhältnis des Dozenten am 30. Juni 2024. BM




