Im Berliner Dom in Mitte wird der 3. Oktober, der Tag der deutschen Wiedervereinigung, zum „Dank- und Denktag“ erklärt. Tradition ist es, den Tag mit einem Festgottesdienst zu begehen. „Nach den Septemberwahlen in Sachsen, Thüringen und Brandenburg kann der 3. Oktober 2024 allerdings kein reiner Danktag sein, er wird vielmehr ein Tag zum Denken“, schreibt die Pressesprecherin von Berlins berühmtester Kirche. Und so wurde ein besonderer Gast als Kanzelredner eingeladen.

Festgottesdienst im Berliner Dom: Großes Singen für Europa

Die Ansprache wird von Mario Voigt, CDU-Fraktionsvorsitzender im Thüringer Landtag, gehalten. Das weitere Erstarken der AfD bei den Landtagswahlen in Brandenburg, Thüringen und Sachsen habe gezeigt, „dass die Einheit Deutschlands allenfalls geopolitisch, nicht aber gesellschaftspolitisch vollendet ist“, heißt es weiter. Und so soll in diesem Jahr der Fokus auf der politischen und gesellschaftlichen Ausrichtung liegen. Darum, ob der Deutschland-Drift noch umzukehren ist und sich Ost und West auch politisch und emotional einander wieder anzunähern können. Wie soll man den extremen Rechten und Linken in den Parlamenten umgehen? Und wie geht es weiter mit der Demokratie?

Ein Bild aus dem vergangenen Jahr: Zum Tag der Deutschen Einheit suchten viele den Berliner Dom auf.
Ein Bild aus dem vergangenen Jahr: Zum Tag der Deutschen Einheit suchten viele den Berliner Dom auf. © FUNKE Foto Services | Reto Klar

Für die musikalische Begleitung sorgen der Staats- und Domchor Berlin, die Sing-Akademie zu Berlin und die Kammersymphonie Berlin. Zu hören sein werden unter anderem Sätze aus Adalbert vom Goldschmidts Messe in B-Dur. „Ein bewusstes Statement, wurde der jüdische Komponist doch zu seinen Lebzeiten Opfer antisemitischer, deutschnationaler Kräfte“, sagt die Dom-Sprecherin. „Im Anschluss an den Festgottesdienst findet ein großes Singen für Europa auf den Stufen des Berliner Doms statt. Anwesende sind herzlich eingeladen, mitzusingen.“ Die Feierlichkeiten werden auch im Internet live übertragen.

Festgottesdienst zum Tag der Deutschen Einheit: 3. Oktober, 10 bis 11.30 Uhr
Kanzelrede: Prof. Dr. Mario Voigt MdL
Liturgie: Domprediger Stefan Scholpp
Orgel: Andreas Sieling
Orchester: Kammersymphonie Berlin
Solistinnen und Solisten: 
Mima Millo, Sopran / Anna Werle, Mezzosopran / Yury Rostotsky, Tenor / Gerrit Illenberger, Bass 
Chor: Sing-Akademie zu Berlin, Staats- und Domchor Berlin
Leitung: Kai-Uwe Jirka 
Musik: Werke von Bruckner, Goldschmidt und Mendelssohn

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