Was wäre, wenn ...? Das ist eine Frage, die sich Verkehrsplaner in Berlin immer wieder stellen. Was wäre zum Beispiel, wenn zwischen Siegessäule und Brandenburger Tor alles so bliebe, wie es gerade ist. Also keine Autos, kein Stau, kein Lärm, keine Abgase. Stattdessen viel Platz für Flaneure und jede Menge Grün. Derzeit ist auf der Straße des 17. Juni Deutschlands größte Fanmeile aufgebaut, die zu den Spielen tausende Fans anlockt. 24.000 Quadratmeter Kunstrasen wurden verlegt, der nach der EM an Berliner Schulen und Kitas verschenkt werden soll.

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Dass nach der EM erst einmal alles wie vorher sein soll, ist ausgemachte Sache. Die Autos werden auf die Straße zurückkehren. Und dafür gibt es durchaus gute Gründe, wie die Senatsverwaltung für Verkehr dem RBB auf Anfrage mitteilte. Zum einen sei die Straße des 17. Juni „eine wichtige Hauptverkehrsachse, insbesondere auch für Wirtschaftsverkehre, durch unsere Stadt“, zum anderen würde eine dauerhafte Sperrung „nicht zu weniger Verkehr, sondern zu einer Verdrängung der Verkehre zulasten anderer Straßen und damit Wohngebiete führen“. Das bestätigte dem RBB auch ein Vertreter der Verkehrsinformationszentrale (VIZ). Die Sperrung habe zu einem erhöhten Verkehrsaufkommen im Regierungsviertel und in Alt-Moabit geführt. Dies belaste die Anwohner zusätzlich.

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Auf der anderen Seite gibt es Meinungen wie die von Moritz van Dülmen, Geschäftsführer der Kulturprojekte Berlin und mitverantwortlich für die Gestaltung der Fanzone. Er bezeichnet die Straße gegenüber dem RBB als einen „zentralen Ort, der eigentlich eine große Aufenthaltsqualität braucht“. Durch die Fanmeile würden Fantasien beflügelt, wie sich die Stadt in den nächsten Jahren und Jahrzehnten mit weniger Autos entwickeln könnte.

Fahrzeuge fahren auf der Straße des 17. Juni in Richtung Brandenburger Tor.
Fahrzeuge fahren auf der Straße des 17. Juni in Richtung Brandenburger Tor.© Sebastian Gollnow/dpa/Archivbild | Unbekannt

Auch Klara Schedlich, sportpolitische Sprecherin der Grünen im Abgeordnetenhaus, kann sich eine Straße des 17. Juni ohne Autos gut vorstellen. Sie wünscht sich statt „hässlicher Betonautostraßen“ mehr Grünflächen und plädiert für eine Debatte darüber, ob man aus der Magistrale nicht einen ständigen Veranstaltungsort machen könnte, mit echtem Rasen statt Beton. Schließlich werde die Straße des 17. Juni ohnehin öfter für Events und Demonstrationen gesperrt. tok