Das Denkmal für die ermordeten Juden Europas am Brandenburger Tor scheint in einem schlechteren Zustand zu sein als bisher angenommen. Dies geht aus Berichten der „Süddeutschen Zeitung“ vom Donnerstag hervor.

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Dass die Stelen des 2005 eröffneten Denkmals doch nicht aus dem, wie Architekt Peter Eisenman einst schwärmte, „besten Beton, den ich in Berlin je gesehen habe“ besteht, ist bekannt. Risse ziehen sich durch immer mehr Betonkörper. Den neuesten Berichten zufolge sollen 2200 der 2711 Stelen teilweise schwer beschädigt sein. Von dieser Zahl wollte Jenifer Stolz, Sprecherin der Denkmalsstiftung, am Donnerstag nichts wissen: „Genau kann man das nicht sagen.“ Die Information, dass 380 Stahlmanschetten bestellt worden sein sollen, um die besonders gefährdeten Stelen vor dem Auseinanderbrechen zu bewahren, dementierte sie. 44 Stelen würden derzeit durch solche Manschetten geschützt, weshalb auch von einer Gefährdung der Besucher keine Rede sein könne.
Neu und durch die Stiftung bestätigt ist die Information, dass sich bereits seit über drei Jahren auf dem Feld nicht 2711, sondern nur 2710 Stelen befinden. In der Nacht zu Heiligabend 2010 wurden zwei Betonkörper aus dem Feld gehoben und nach Aachen transportiert, wo sie im dortigen Bauforschungsinstitut analysiert wurden. Eine wurde wieder an ihren Standort gesetzt, die andere konnte nicht repariert werden und fehlt seither. Nichts davon wurde öffentlich gemacht. Warum es der Öffentlichkeit verschwiegen wurde? „Das kann ich jetzt auch nicht so recht erklären“, so Stolz. Alle Beteiligten seien informiert gewesen, die Stiftung sei ihrer Informationspflicht nachgekommen.
Stolz verweist auch auf das laufende Beweisaufnahmeverfahren, das seit 2010 zwischen der Stiftung und der Herstellerfirma Geithner Bau in Wilhelmshaven läuft. „Dazu wollen wir uns gar nicht äußern“, hieß es dort zu den neuesten Erkenntnissen.
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