Der Mittwoch stand bei der britischen Botschaft in Berlin ganz im Zeichen der bevorstehenden Fußball-EM und der Mental Health Awareness. Ein Panel mit Charity-Akteuren und Experten sprach über Depressionen, Burnout und wie man, besonders im Leistungssport, gesund bleibt. „Es fällt schwer, das zuzugeben“, sagte die britische Botschafterin Jill Gallard, „aber Jürgen Klopp in Liverpool, Georgia Stanway und Harry Kane in München haben mindestens soviel für die deutsch-britische Freundschaft getan wie wir Diplomaten!“
Royales Treffen: William und Kate trafen Enke-Witwe 2017

Der Event war inspiriert von der Einladung der Fußballer-Witwe Teresa Enke durch Prince William und Herzogin Kate im Jahr 2017. Das royale Paar setzt sich seit Jahren mit der Stiftung „Mind“ für seelische Gesundheit ein. Die Ziele: Mehr Akzeptanz für seelische Krankheiten schaffen und Suiziden vorbeugen. Am Abend wurde in der Botschafter-Residenz im Grunewald mit Politikern, Sportlern, Diplomaten und der ersten deutschen Booker-Preisträgerin Jenny Erpenbeck der King‘s Birthday gefeiert.
Charitys für mentale Gesundheit feiern deutsch-britische „Freundship“

Einen großen Raum beim Panel nahm die Robert-Enke-Stiftung aus Hannover ein, die von der Witwe des gleichnamigen National-Torwartes gegründet wurde, der sich im Jahr 2009 das Leben genommen hat. Depressionen würden unter anderem von Social Media begünstigt, sagte Tilman Cassier. Teresa Enke, Vorstandsvorsitzende der Stiftung, machte klar: „Depression ist keine Schwäche, sondern eine Krankheit“. Depressionen seien durch eine genetische Veranlagung begünstigt, könnten aber auch durch Traumata ausgelöst werden und sogar in Hochphasen vorkommen.
Nach dem Suizid ihres Mannes seien mehr Männer mit Depressionen zu Therapeuten gegangen. Frauen sollten ihre Männer dazu drängen, regelmäßig Pausen einzulegen und über ihre Gefühle zu sprechen. Sie ist überzeugt davon, dass ihr Mann gerettet hätte werden können, wenn es damals bereits entsprechende Hilfsangebote gegeben hätte. Die 48-Jährige wird die Spiele der Fußball-EM nicht verfolgen. Noch immer trauert sie um die Liebe ihres Lebens. „Ich kann noch immer kein Fußball gucken“, sagte sie.
Charity im Schottenrock: Kellner aus Glasgow durchquert Deutschland zu Fuß
Beim Treffen verschiedener Charitys in der britischen Botschaft war auch Craig Ferguson. Der 20-Jährige läuft derzeit durch ganz Deutschland, um Geld für die Organisation „Brothers in Arms“ zu sammeln, die Selbstmorde bei Männern verhindern will. Am 4. Mai startete der Kellner aus dem schottischen Glasgow. Er will bis München laufen und dabei rechtzeitig zum Eröffnungsspiel Deutschland gegen Schottland ankommen. Dabei hofft er, 50.000 Pfund (fast 60.000 Euro) an Spenden einzusammeln. Bis jetzt hat er bereits über 34.000 Pfund gesammelt. Es ist das erste Mal, dass er eine derartige Aktion unternimmt. Er wurde inspiriert vom Song „500 Miles“ der Proclaimers.
„King‘s Party“: Das Match gegen Schottland warf seinen Schatten voraus

Im Garten der Botschafter-Villa im Grunewald trafen sich Politiker, Diplomaten und Sportler, um die bevorstehende Fußball-EM zu feiern. Alle Anwesenden sprachen einen Toast auf die deutsch-britische Freundschaft aus, der von beiden Nationalhymnen bekräftigt wurde. Der Garten war mit britischen, deutschen und schottischen Fahnen geschmückt. Es gab eine riesige Fußballtorte anlässlich der bevorstehenden Europameisterschaft.

Auch der mit dem Fest geehrte König Charles war anwesend, wenn auch nur als lebensgroße Papp-Figur. Es gab nicht nur Tisch-Kicker, sondern auch traditionelles Fingerfood, wie beispielsweise schottische Haggis Rolls mit Whisky Dip. ARD-Kommentator Thomas Hitzelsperger kam im DFB-National-Trikot und ist nach eigenen Worten bereits im EM-Fieber. Der bekannte Dudelsack-Spieler Duncan McKelve kam extra aus Leipzig, um auf dem Event zu spielen.



