„100 Boote – 100 Millionen Menschen“ – so heißt die Solidaritäts-Kunstaktion für geflüchtete Menschen, die die Arbeiterwohlfahrt Sachsen-Anhalt (AWO) auf den Weg gebracht hat. 100 riesige Origami-Boote wurden aus extragroßem Papier gefaltet und mit individuellen Botschaften gestaltet. In vielen Einrichtungen bundesweit erinnern sie an die Hoffnungen und Schicksale der Flüchtenden. Im Berliner Dom steht seit Montagmorgen eines der Boote.
Weltflüchtlingstag im Dom: Boote, Papierbänder und Namenslesung

Zum Weltflüchtlingstag am 20. Juni werden alle 100 Boote, die in ganz Deutschland gefaltet wurden, im Lustgarten zusammengeführt. Im Rahmen einer Gedenkveranstaltung erinnern sie an das Elend der weltweiten Flüchtlingsbewegungen. Inzwischen können mehr als 110 Millionen Menschen nicht bleiben, wo sie leben. Sie fliehen vor Kriegen, Hunger oder Naturkatastrophen. Für viele von ihnen endet die Flucht tödlich.

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Bei der Aktion “Beim Namen nennen!“ werden die Namen der auf der Flucht nach Europa Umgekommenen, ihre Sterbedaten und die Umstände ihres Todes auf Papierbändern öffentlich gemacht. Die von Hilfsorganisationen gesammelten Informationen über die Verstorbenen lassen das Ausmaß ihrer Verzweiflung auf erschütternde Weise spürbar werden. Die Aktion ist ein Appell an die Menschen, sich mit den Schwachen und Hilflosen zu solidarisieren, Empathie und Interesse für deren Schicksal aufzubringen.
Die Besucher des Berliner Doms sind eingeladen, sich in einer extra dafür eingerichteten „Schreibstube“ einen Moment der Ruhe und Besinnung zu nehmen und die Namen, Daten und Todesumstände auf Papierbänder zu schreiben. Sukzessive werden alle Bänder in den Arkaden des Domes aufgehängt und somit für viele sichtbar.
Eine ähnliche Aktion fand bereits 2022 in der Berliner Passionskirche in Kreuzberg statt. Es war eine Gedenkveranstaltung, initiiert von der Offenen Kirche Bern. In Deutschland und der Schweiz wurde an Zehntausende Flüchtlinge gedacht, die ums Leben gekommen sind. Dazu wurden in 17 Städten die Namen der Menschen vorgelesen werden, teilte eine Sprecherin der Evangelischen Kirche Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz am Dienstag mit.
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Achtstündige Namenslesung und Gedenkgottesdienst am Weltflüchtlingstag 20. Juni
- Von 10 bis 18 Uhr werden die Namen der Umgekommenen im Berliner Dom verlesen. Begleitend gibt es zu jeder vollen Stunde einen musikalischen Impuls.
- Um 18 Uhr beschließt ein Gedenkgottesdienst den Tag und die Aktionen. Gastprediger ist Bischof Dr. Christian Stäblein


