Der Europaplatz wurde zur Eröffnung des Berliner Hauptbahnhofs 2006 nur provisorisch hergerichtet. Inzwischen hat sich auf der Fläche zwischen dem Bahnhofsgebäude und der Invalidenstraße ein Chaos aus abgestellten Fahrrädern, Taxis, Rollern, Leihrädern und E-Scootern entwickelt. Bis spätestens Ende 2025 – 19 Jahre nach der Eröffnung – soll der Wildwuchs beendet sein und der Platz eine neue Gestalt bekommen. Den Entwurf dafür liefern Rehwaldt Landschaftsarchitekten aus Dresden, wie die Senatsverwaltung für Stadtentwicklung am Donnerstag bekannt gab.
Die Senatsverwaltung für Stadtentwicklung hatte im Juni vier Landschaftsarchitekturbüros beauftragt, den Vorplatz am Berliner Hauptbahnhof so umzugestalten, dass die Aufenthaltsqualität für alle Reisenden und Ankommenden verbessert wird. „Das Konzept von Rehwaldt Landschaftsarchitekten hat mich und die Jury überzeugt, mit einer starken, offenen und einladenden Geste“, so Senatsbaudirektorin Petra Kahlfeldt. Der künftige Europaplatz Süd werde dabei ergänzt durch ein grünes Baumdach entlang der Invalidenstraße und einer klaren Kante mit Fahrradabstellmöglichkeiten und weiterer Infrastruktur nach Osten hin.
Hauptelement des Siegerentwurfs ist der „Grüne Schirm“
Ein Hauptelement des Konzeptes ist der „Grüne Schirm“, der sich gegenüber dem Bahnhofsgebäude befinden wird. Bestehend aus einer unregelmäßigen Pflanzung hochstämmiger Bäume soll sich ein durchlässiger Raum formen, der einerseits eine Abschirmung zur Invalidenstraße herstellen, andererseits einen einladenden Aufenthaltsort bilden wird. Vom Bahnhofsgebäude bis zur Invalidenstraße soll zudem eine durchgängige Oberfläche ohne Stufen oder Bordanlagen geschaffen werden.
Als Material wird ein Asphalt mit geschliffener Oberfläche verwendet, der durch helle Zuschlagstoffe einem Terrazzobelag ähneln soll. Das Regenwasser wird in Schlitzrinnen aufgefangen und in den Bereich des „Grünen Schirms“ geführt, um die Bäume mit Wasser zu versorgen.
Das Fahrradparken und die Jelbi-Station sowie ein möglicher Standort für ein WC werden am östlichen Platzrand, den Bauzaun für die geplante Linie S 21 verdeckend, in einem einfachen, später demontier- und umsetzbaren Gebäude mit begrüntem Dach zusammengefasst. Die Planungen sollen bis Sommer 2024 abgeschlossen und anschließend mit der baulichen Umsetzung begonnen werden. Die Fertigstellung ist bis Ende 2025 vorgesehen.


