Bundesfamilienministerin Lisa Paus (Grüne) ist zu Besuch auf der Friedrichstraße in Berlin-Mitte. Sie dreht mit einem Filmteam und vielen Mitarbeitern und Mitarbeiterinnen ihres Ministeriums für die Kampagne „Gemeinsam – Strategie gegen Einsamkeit“. Sie gibt ein Interview zum Thema, danach will sie – sofern noch Zeit ist – selbst Passanten interviewen.
Am frühen Nachmittag hatten Kampagnen-Mitarbeiterinnen ein runde Sitzbank aufgebaut und mit grünen Kissen belegt. Aktuell läuft eine Aktionswoche zum Thema Einsamkeit, am Montag wurde sie mit einer großen Konferenz initiiert. Schon seit vergangenem Herbst laufen dazu Spots auf Youtube. Dies ist die erste Aktionswoche der Bundesregierung zur Einsamkeit, man habe sich Großbritannien, wo man viel früher damit dran war, als Vorbild genommen.
Berlin: Seit der Pandemie sind viele Menschen von Einsamkeit betroffen
„Es ist nicht mehr nur die alte Dame“, heißt es im Referat. „Jetzt, nach Corona, sind viele, auch viele junge Menschen betroffen.“ Man wolle auf das Thema aufmerksam machen. Dafür werde die Kampagne unter Beteiligung aller erarbeitet. Dabei sollen auch Filmschnipsel der Interviews auf der Friedrichstraßen über soziale Medien verbreitet werden.
Die Kampagne gegen Einsamkeit sei bereits im Koalitionsvertrag der Regierung verankert worden, es gehe um die soziale und um die gesundheitliche Komponente. Noch im Juni soll die Strategie im Ressort abgestimmt werden, dann würde sie weitergeleitet. „Das Thema berührt die Zuständigkeit mehrerer Ministerien.“ Ende des Jahres solle ein Kabinettsbeschluss dazu vorliegen.
Von mehreren wichtigen Studien, auch Daten des Deutschen Wirtschaftsinstituts, seien eindeutige Signale ausgegangen, dass das Phänomen Einsamkeit sich in der Gesellschaft erheblich verstärkt habe, begründet das Referat die Kampagne. Das Familienministerium habe bereits jetzt schon einige Programme gegen Einsamkeit aufgelegt.


