Wahrzeichen gerettet

Berliner Dom wird mit Spenden wasserfest gemacht

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Birgit Lotze
An Baugerüsten mangelt es nicht auf dem Dach des Berliner Doms.

An Baugerüsten mangelt es nicht auf dem Dach des Berliner Doms.

Foto: Reto Klar / Funke Foto Services

Auch der vierte Turm des Berliner Doms kann restauriert werden. Die Finanzierung ist gesichert. Die Gebäudehülle war akut gefährdet.

Berlin.  Es steht wieder gut um den Berliner Dom. Dank großzügiger Spender sei es gelungen, Schaden von dem Bau abzuwenden, sagte Domgeschäftsführer Jan Kingreen bei einer Besichtigung auf dem Dach. Im Jahr 2018, bei der Restaurierung des Glockenturms, waren am Dom große Schäden festgestellt worden. Die Gebäudehülle, und damit das gesamte Gebäude an sich, war akut gefährdet. Feuchtigkeit drang ein.

Seitdem bemühen sich die Oberpfarr- und die Domkirche mit Unterstützung der Deutschen Stiftung Denkmalschutz und der Schauspielerin und Sängerin Eva Mattes um Spenden. Drei der vier Türme sind inzwischen restauriert. Einer pro Jahr, abschnittsweise sozusagen, denn saniert werden kann nur, wenn Geld vorhanden ist. Nun ist nur noch Turm A eingerüstet, der Turm an der Ostseite zur Straße Unter den Linden hin.

In drei Jahren flossen 380.000 Euro Spendengelder in die Sanierung

Auch die Dombesichtigung auf dem Dach, etwa auf Höhe der zwölf Apostel, war mit einer Spendenübergabe verbunden: Wolfgang Degen von der Deutschen Stiftung Denkmalschutz brachte 47.000 Euro mit, das reicht Dombaumeisterin Sonja Tubbesing für den noch ausstehenden Turm. Innerhalb von drei Jahren flossen insgesamt 380.000 Euro in die Sanierung des kolossalen Baus.

Die Ost-Fassadenseite ist ebenfalls schon fast eingerüstet. Der Dom wurde im Zweiten Weltkrieg von Osten her besonders stark beschossen, die Einschusslöcher müssten gefüllt werden, es dringe Wasser ins Mauerwerk, berichtet Tubbesing. Für diese Sanierung sei noch kein Geld vorhanden, das müsse warten, hieß es bei dem Dachspaziergang.

Die Dombaumeisterin ist seit 2016 beruflich im und auf dem Berliner Dom unterwegs. Sie habe in der Zeit den Dom nie ohne Gerüst erlebt, sagt sie. Sie weiß auch schon, was nach Turm A und der Ostfassade für die Kirchensanierer ansteht: Vier Jahre müsse man dann am Tambour arbeiten, der Kranz, auf dem die Kuppel steht. Danach sei der Sockel dran. „Und dann die anderen Fassaden. Alles ist sanierungsbedürftig.“

In 90 Meter Höhe mit Pinsel und Malspachtel am Mauerwerk

Restaurator Mikheil Nadirashvili arbeitet in mehr als 90 Meter Höhe mit Pinsel und Malspachtel, es geht um Schlämmputz. Er soll das Mauerwerk künftig vor massiven Feuchtigkeitsbelastungen gut schützen. Schwarze Verkrustungen aus Ruß, Gummiabrieb und Staub hätten sich im Laufe von Jahrzehnten auf dem Sandstein abgelagert, sagt er. Risse, Löcher und Rinnen müssen geschlossen, defekte Fugen wiederhergestellt werden. Auch seien - vor allem von den Türmen - einige Teile heruntergefallen.

Im Zweiten Weltkrieg war der Dom, eine der größten evangelischen Kirchen Deutschlands und Zeugnis der preußisch-wilhelminischen Zeit, schwer beschädigt worden. Nach einem Bombentreffer war die brennende Kuppel ins Innere gestürzt. Erst 1975 wurde mit dem Wiederaufbau begonnen.