Wedding

Brüsseler Kiez wird zum "Kiezblock Light"

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Jana Treffler
Bezirksstadträtin Almut Neumann (links) und Verkehrsplanerin Laura Fritsche vom Bezirksamt Mitte stellen das Konzept für den "Kiezblock" im Brüsseler Kiez vor.

Bezirksstadträtin Almut Neumann (links) und Verkehrsplanerin Laura Fritsche vom Bezirksamt Mitte stellen das Konzept für den "Kiezblock" im Brüsseler Kiez vor.

Foto: Jana Treffler / BM

Der Brüsseler Kiez soll als zweiter Kiez in Mitte zum Kiezblock werden. So sollen Poller und Einbahnstraßen den Verkehr draußen halten.

Berlin. Außer drei Stellen, an denen Poller den Verkehr umleiten, soll der Brüsseler Kiez im Wedding nur mithilfe von verkehrsrechtlichen Maßnahmen vom Durchgangsautoverkehr befreit werden. „Kiezblock Light“ nennt Almut Neumann, Bezirksstadträtin Bezirksstadträtin für Ordnung, Umwelt, Natur, Straßen und Grünflächen in Mitte das Konzept. Am Donnerstag, passend zum autofreien Tag 2022, stellt sie die Planungen für den Kiez vor Ort vor.

Zwölf Kiezblocks habe sie in dieser Wahlperiode für Mitte geplant. Der erste ist bereits im Bellermann Kiez entstanden, der zweite soll nun im Brüsseler Kiez folgen. „GPS und Google Maps leiten Autos immer mehr für kleine Abkürzungen durch die Kieze“. Das führe zu Luftverschmutzung und sei ein Problem für die Verkehrssicherheit.

Was jetzt entstehe, sei kein „Traum-Kiezblock“, sondern das, was mit den begrenzten personellen und finanziellen Ressourcen möglich sei. Dass es ein Kiezblick „Light“ wird, stößt bei manchen Anwohnern auf Kritik. Ursprünglich stammt das Vorbild für die beruhigten Viertel aus Barcelona, wo Superblocks Autos ganz verbannen. Was im Brüsseler Kiez geplant ist, sieht anders aus.

Kiezblock soll Abkürzungen durch den Brüsseler Kiez verhindern

An der Antwerpener Straße sollen an zwei Stellen Poller aufgestellt werden, um die Durchfahrt durch die Brüsseler und die Ostender Straße zu verhindern. Abbiegen können Autos weiterhin, es entstehen sozusagen Vier T-Kreuzungen. Die Genter Straße, die Autofahrer nutzen, um die viel befahrene Müllerstraße zu umgehen, wird neben der Limburger Straße durch Poller geteilt. Dieser Bereich wird also komplett autofrei und ermöglicht eine Verbindung vom Leopoldplatz zur Beuth-Hochschule und den Grünanlagen des Brüsseler Kiezes.

Möglicherweise könnten noch Einbahnstraßen in der Lütticher und der Genter Straße ab Brüsseler Straße in Richtung Seestraße hinzukommen, um auch dort jede Ampel-Umfahrung zu verhindern. Mit diesen verkehrsrechtlichen Maßnahmen könne kostengünstig eine Verkehrsberuhigung ermöglichen.

Die Entscheidung für die Lightvariante der Kiezblock begründet Neumann mit den knappen Ressourcen und dem Ziel, lieber viele Kiezblocks im ganzen Bezirk einzurichten, statt ein Leuchtturmprojekt durchzuführen, während die anderen leer ausgingen.

Kleine Einschränkungen im Komfort für manche Anwohner

Wo es den einen nicht weit genug geht, fühlen sich andere in ihrem Komfort beschränkt. Manche Anwohner und Anwohnerinnen sorgen sich, nicht mehr so einfach mit ihren Einkäufen vor ihre Haustür fahren zu können. „Was kleine Einschränkungen für wenige bedeutet, bringt eine große Verbesserung der Lebensqualität für alle mit sich“, sagt Verkehrsplanerin Laura Fritsche.

Schon lange kämpft eine Bürgerinitiative für Verkehrsberuhigung im Brüsseler Kiez. Gemeinsam mit einem Student der Beuth-Hochschule brachten sie einen entsprechenden Entwurf im Bezirksamt ein, den er in seiner Bacheloarbeit entworfen hatte. Diesen entwickelte das Bezirksamt zum jetzigen Konzept weiter. Die Pläne sind auf der Webseite des Bezirksamts zu finden und bis 30. September 2022 nach außen hin sichtbar in der Schiller-Bibliothek ausgehängt.