Verkehrswende in Berlin

Wo in Mitte neue Kiezblöcke entstehen sollen

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Velene Kötting
Der Autoverkehr soll aus Wohngebieten – auch mit Pollern – verdrängt werden

Der Autoverkehr soll aus Wohngebieten – auch mit Pollern – verdrängt werden

Foto: Saskia Ellenbeck

Im Berliner Bezirk Mitte sollen weniger Autos durch Wohngebiete fahren. Dafür werden zwölf neue Kiezblöcke eingerichtet. Das sind die Pläne.

Berlin. Mitte will den Autoverkehr aus weiteren Wohngebieten verdrängen. In zwölf Stadtteilen sollen in den kommenden fünf Jahren Kiezblocks entstehen, unter anderem im Bellermann-/Badstraßenkiez, im Brüsseler Kiez, im Sprengelkiez und im Flottwellkiez. Dies geht aus einer Pressemitteilung des Bezirksamt hervor. Weitere Gebiete sollen in Zusammenhang mit dem Radnetzausbau und zusammen mit den Anwohnern festgelegt werden.

In einem ersten Schritt sollen unter anderem Diagonalsperren an Kreuzungen und gegenläufige Einbahnstraßen errichtet werden, um den Verkehr auf die Hauptstraßen umzuleiten, heißt es in der Pressemitteilung.

Bei Kiezblöcken handelt es sind um Maßnahmen, um Durchgangsverkehr aus Wohngebieten fernzuhalten. Mithilfe von Durchfahrsperren, Tempolimits und Einbahnstraßen wird der Fahrbetrieb auf die Hauptstraßen umgeleitet. Der Kiez soll dadurch sicherer für Fußgänger und Radfahrer werden, gleichzeitig verringert sich der Verkehrslärm und die Luftverschmutzung in den Wohngegenden. Die Gebäude im Kiezblock bleiben mit dem Auto weiterhin erreichbar, jedoch nur für Anlieger.

In Berlin gibt es bereits 55 Kiezblöcke

„Mitte bringt die Verkehrswende auf die Straße“, sagt Bezirksstadträtin Dr. Almut Neumann. Die Kiezblocks würden den öffentlichen Raum für die Schwächsten im Verkehr sicherer machen, sie seien besonders wichtig für Kinder und ältere Menschen. Außerdem würden sie die Lebensqualität verbessern und zum Schutz des Klimas beitragen.

Bereits 55 Kiezblöcke gibt es in Berlin, allein neun davon in Mitte. Die Kampagne #Kiezblock wurde vom Verein Changing Cities ins Leben gerufen, ihr Ziel ist es, 180 Kiezblocks in ganz Berlin zu schaffen.

„Die Kiezblock-Initiative zeigt, dass Bezirk und Senat Hand in Hand an den Straßen von morgen arbeiten“, heißt es von Neumann.

Rund 3,1 Millionen Euro sind für das Modellprojekt vorgesehen. Außerdem will der Bezirk mindestens zwei zusätzliche Stellen einrichten, die sich mit der Planung, Ausführung und Evaluierung der Kiezblock-Initiative befassen werden.