Ausflugs-Tipp

Verborgene Ecken in Mitte entdecken

Unser Spaziergang führt durch die Hinterhöfe in Mitte – vom Hackeschen Markt zum Charité Campus.

Die berühmten Hackeschen Höfe. Von hier aus geht es zu weniger bekannten Ecken in Mitte.

Die berühmten Hackeschen Höfe. Von hier aus geht es zu weniger bekannten Ecken in Mitte.

Foto: PA / Michael Runke

Berlin. Die Hackeschen Höfe in Mitte sind kein Geheimtipp – und doch bildet das Ensemble aufgrund seiner einzigartigen Bauweise, den aufwendig sanierten Altbauten und den geradezu pittoresken Gartenanlagen den idealen Ausgangspunkt für einen Spaziergang, der zu versteckten Ecken und verborgenen Hinterhöfen in Mitte führt.

Über Sophien- und Gipsstraße geht es zu den Heckmann Höfen, ins ehemalige Hugenottenviertel und schließlich auf das Gelände des Charité Campus. Nach gut zwei Stunden endet der Ausflug in Höhe des Invalidenparks, der als Versammlungspunkt der „Fridays for Future“-Bewegung wieder in den Fokus der Öffentlichkeit rückte.

Vom S-Bahnhof Hackescher Markt kommend geht es über die Freifläche, auf der donnerstags und sonnabends ein Wochenmarkt mit Essensständen, Gewürzen, frischem Obst und Gemüse sowie Handwerkskunst stattfindet. Über den Zugang an der Rosenthaler Straße betritt man die Hackeschen Höfe und kommt vorbei am Varieté-Theater „Chamäleon“, dem Hackesche Höfe Kino sowie dem kleinen Laden des Berliner Süßigkeitenherstellers „Aseli“, der für seine Schaumzuckermäuse bekannt ist.

Im Café "Barcomi's" schlemmen

In Höhe des Billardsalons verlassen wir die Hackeschen Höfe und befinden uns nunmehr auf der Sophienstraße. Nun geht es nach links, vorbei an kleinen Gründerzeithäusern bis zur Hausnummer 21, wo hinter einer großen Holztür der Durchgang auf das Areal der Sophie-Gips-Höfe zu finden ist. Der Komplex besteht aus Wohn- und Gewerbegebäuden.

Viele Anwohner und Angestellte der umliegenden Büros zieht es ins Café „Barcomi’s“. Nach Anmeldung ist es zudem möglich, die auf demselben Hof ansässige, private Sammlung Hoffmann zu besichtigen – eine Kollektion zeitgenössischer Kunst, die sonnabends auch von interessierten Berlinern und Touristen bewundert werden kann.

Durch einen verspiegelten Durchgang erreicht man schließlich die Gipsstraße, der nach links gefolgt wird. Wiederum links geht es nun entlang der Auguststraße, die für ihre Galeriendichte bekannt ist. Kurz vor der Tucholskystraße befindet sich der Zugang zu den Heckmann-Höfen, in denen neben gastronomischen Einrichtungen wie dem „Ristorante Garda“ oder dem „Night Kitchen“ auch eine traditionelle Bonbonmanufaktur sowie das Galli Theater Berlin zu entdecken sind.

Das Tieranatomische Theater ist besonders sehenswert

Wir folgen nun der Tucholskystraße, um anschließend rechts in die Johannistraße einzubiegen. Vorbei am Friedrichstadt-Palast führt der Weg über die Friedrich- in die Claire-Waldoff-Straße und so mitten ins Hugenottenviertel mit seiner denkmalgeschützten Wohnanlage, die in den vergangenen Jahren saniert wurde. Nach einer Pause auf einer der vielen Bänke geht es zurück auf die Claire-Waldoff-Straße.

Rechter Hand findet sich ein Tor, das den Weg freigibt auf den Campus der Humboldt-Universität, die sich das Areal mit der Charité teilt. Verschiedene Pfade führen über das gerade am Wochenende verwunschen erscheinende Areal mit seinen Lehreinrichtungen und Hörsälen. Sehenswert: das Tieranatomische Theater.

Linkerhand der „Humboldt Graduate School“ geht es durch ein Metalltor auf die Luisenstraße. Dort halten wir uns rechts, passieren den Robert-Koch-Platz und gelangen schließlich vor dem Bundesministerium für Verkehr und Digitales. Links hiervon befindet sich der Invalidenpark mit seinem weithin sichtbaren Mauerbrunnen. Dort verkehren auch mehrere Tram- und Buslinien, die unter anderem zum Hauptbahnhof, dem Nordbahnhof oder in Richtung Prenzlauer Berg fahren.

Einkehr und Entdeckung

Aseli Boutique, Schaumzuckersüßigkeiten („Speckmäuse“) in den Hackeschen Höfen, Rosenthaler Straße 40/41, Mitte, Mo.–Sbd. 10–18 Uhr, www.aseli.de

Café „Barcomi’s“, Kuchen, Sandwiches und Kaffee, idyllischer Innenhof, Sophienstraße 21, Mitte, Tel. 28 59 83 63, Mo.–Do. 9–19 Uhr, Fr. + Sbd. 9–21 Uhr, So. 10–19 Uhr, www.barcomis.de

KWA – Kebap with Attitude, Döner Kebab neu interpretiert mit biologischen Zutaten, im Brot oder auf dem Teller, Gipsstraße 2, Mitte, Tel. 35 52 99 66, täg. 12–23 Uhr

Tieranatomisches Theater, Philippstraße 13/Campus Nord, Haus 3, Mitte, neue Dauerausstellung: „Flechtwerk der Dinge. Das Sammlungsschaufenster der Humboldt-Universität zu Berlin“, Di.–Sbd. 14–18 Uhr, Eintritt frei

Strecke: Für die rund acht Kilometer lange Strecke benötigt man zwei Stunden.