Bauprojekt

Grundstein für neuen Büroturm in der Europacity gelegt

Die Arbeiten in der Europacity gehen voran. Mit einem Bürohochhaus wird nun die letzte Baulücke am künftigen Stadtplatz geschlossen

In der Europacity entsteht der neue Büroturm Weydt-Park-Corner.

In der Europacity entsteht der neue Büroturm Weydt-Park-Corner.

Foto: Christian Latz / staab architekten

Noch fällt der Blick in ein großes Erdloch, doch die Baugrube ist ein untrügliches Zeichen: Es geht voran in der Europacity. Am Mittwoch wurde das mit der Grundsteinlegung des Büroturms „Weydt Park Corner“ manifestiert. Entlang der Heidestraße auf Höhe der Lydia-Rabinowitsch-Straße entsteht hier bis 2021 ein 45 Meter hohes Hochhaus samt Tiefgarage. Der Bau ist als reines Bürohaus geplant mit einer Gesamtmietfläche von 12.500 Quadratmetern über elf Geschosse verteilt. Vorgesehen ist neben einer Tiefgarage mit 45 Pkw-Plätzen auch eine ebenerdige Fahrradgarage.

Bürohochhaus entsteht am Otto-Weydt-Platz in der Europacity

Senatsbaudirektorin Regula Lüscher lobte bei der Grundsteinlegung das für den Entwurf verantwortliche Architektenbüro von Volker Staab und sprach von einem „exzellent entworfenen Gebäude“. Der Bau bildet innerhalb der Europacity den zweiten Hochpunkt neben dem Kunstcampus am südlichen Ende der Heidestraße samt 50-Hertz-Tower und dem Tour Total.

Das Gebäude liegt innerhalb der Europacity in exponierter Lage direkt am künftigen Otto-Weydt-Platz. Die Grünanlage soll einmal das lebendige Herz des neuen Stadtquartiers bilden samt Cafés und Restaurants, hoffen die Stadtplaner. Dazu soll auch das Projekt „Weydt Park Corner“ mit Gastronomie- und Einzelhandelsflächen im Erdgeschoss beitragen. „Das ist eine ganz entscheidende Position, die sie da besetzen“, sagte Lüscher in Richtung von Jan Kuschnik, Geschäftsführer des Bauherren DWI.

Senatsbaudirektorin Lüscher entgegnet Kritik an Architektur

Kuschnik sprach von einem „markanten Gebäude“. Andere Betrachter dürfte die Fassade an das gewisses Einerlei in der Architektur der vergangenen Jahre erinnern: Ein weiß-grauer Bau mit Schießschachtfenstern. Dem widersprach die Senatsbaudirektorin, deren Entscheidungen im Baukollegium diesen Stil prägen und die keinen Hehl daraus machte, wie gut ihr diese Architektur gefalle: „Das ist eine Architektur, die nicht schreit.“ Gute Gebäude hätten Regeln und würden sich gut in ihr Umfeld einordnen. Diese Anforderungen würde der Neubau hervorragend erfüllen.

Das Bürohaus wird die letzte Baulücke am Otto-Weydt-Platz schließen. Nun werde sich zeigen, „ob wir mit dem Städtebau, der Architektur und der Nutzungsmischung die Rahmenbedingungen geschaffen haben, die ein urbanes und lebendiges Quartier benötigt“, sagte Lüscher. Am Konzept für die Europacity hatte es in der Vergangenheit immer wieder Zweifel gegeben. Ob die Pläne aufgehen, wird sich jedoch erst zeigen, wenn die Zeiten der Großbaustelle in der Europacity vorbei sind. Hinderlich für einen lebendigen Kiez dürfte aber auch danach die stark befahrene Heidestraße sein, die zentral durch das Viertel läuft. Am Mittwochnachmittag staute sich der Verkehr dort wieder über die gesamte Straßenlänge.