Stadtentwicklung

Einigung mit BVG: Grünes Licht für Tower am Alexanderplatz

Fünf Jahre lang haben Sicherheitsbedenken der BVG den Bau eines 150-Meter-Turmes verhindert. Nun ist eine Hürde genommen.

Der US-Stararchitekt Frank O. Gehry hat diesen Wolkenkratzer für den Alexanderplatz entworfen. Bild: Gehry Partners

Der US-Stararchitekt Frank O. Gehry hat diesen Wolkenkratzer für den Alexanderplatz entworfen. Bild: Gehry Partners

Foto: Dirk Jericho

Berlin. Sicherheitsbedenken der Berliner Verkehrsbetriebe (BVG) hatten jahrelang verhindert, dass der vom US-amerikanischen Unternehmen Hines geplante 150 Meter hohe Turm am Alexanderplatz eine Baugenehmigung bekommt. Doch nun hat das Projekt eine entscheidende Hürde genommen.

Der Aufsichtsrat der BVG hat seine Zustimmung zum Abschluss einer nachbarschaftlichen Vereinbarung gegeben, teilte BVG-Sprecherin Petra Nelken am Mittwoch mit. Damit sei in Kürze die Voraussetzung gegeben, dass die Behörden die ausstehende Genehmigung erteilen können.

Alexanderplatz: Hochhaus mit Hotel und Wohnungen geplant

Die Pläne für den Bau eines Hotel- und Wohnturmes hatten die Amerikaner bereits vor fünf Jahren präsentiert. Der Turm, den der Star-Architekt Frank O. Gehry entworfen hat, soll direkt an das Geschäftshaus „Die Mitte“ mit dem Hauptmieter Saturn anschließen. In dem Hochhaus sollen den Plänen zufolge ein Hotel sowie rund 300 Wohnungen entstehen.

Jahrelang lagen die Pläne auf Eis, weil das Baufeld unmittelbar neben dem Tunnel der U-Bahn-Linie 5 liegt. Die BVG hatte darauf bestanden, dass eine Havarie auf der Baustelle nicht zu Betriebsausfällen auf der Linie führen dürfe.

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Mehrere Gutachten sind inzwischen jedoch übereinstimmend zu dem Ergebnis gekommen, dass der bislang nur als Rangiertunnel genutzte Röhre, durch die aber ab 2020 der Lückenschluss der U5 in Richtung Berliner Rathaus erfolgen soll, technisch abgesichert werden kann – und zwar durch den Bau einer neuen Röhre um das bestehende Tunnelbauwerk herum. Ein Wassereinbruch soll damit zuverlässig ausgeschlossen werden.

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Hochhäuser am Alexanderplatz: Neun Türme stehen zur Debatte

Wolkenkratzer-Visionen für den Alexanderplatz beflügeln seit vielen Jahrzehnten die Fantasie der Planer. Schon in den 1920er-Jahren sollten dort Hochhaustürme entstehen. Doch dann kamen die Wirtschaftskrise und der Zweite Weltkrieg. Tatsächlich gebaut wurde der erste Turm schließlich zu DDR-Zeiten. Das 54 Meter hohe Haus des Lehrers wurde von 1962 bis 1964 nach den Plänen des Architekten Hermann Henselmann errichtet. Bis Anfang der 70er-Jahre folgten weitere Hochhäuser, darunter auch das „Interhotel Stadt Berlin“, das heutige „Park Inn“. Mit seinen 125 Metern ist das Gebäude bis heute das höchste Haus am Platz.

Seit dem Fall der Mauer gibt es aber ehrgeizige Pläne, das zu ändern. 1993 fand ein städtebaulicher Ideenwettbewerb für den Platz statt, aus dem der Berliner Architekt Hans Kollhoff als Sieger hervorging. Seine Vision: Zehn 150 Meter hohe Türme sollen dem Platz eine „Stadtkrone“ verleihen. Kollhoffs Vision erwies sich in den folgenden 20 Jahren jedoch als zu ambitioniert. Von den 150-Meter-Türmen steht bis heute keiner. 2015 entschied sich die Senatsverwaltung für Stadtentwicklung dafür, den Masterplan zu überarbeiten und an die neuen Gegebenheiten anzupassen. Das war auch dringend nötig, denn Gebäude, die für die Umsetzung des Kollhoff’schen Plans eigentlich abgerissen werden müssten, sind mittlerweile von deren Eigentümern aufwendig saniert oder unter Denkmalschutz gestellt worden, wie etwa das Haus des Reisens oder das Haus des Berliner Verlags. Nach den überarbeiteten Plänen sind nun höchstens noch neun Türme denkbar.

Hochhäuser am Alexanderplatz: die Pläne im 3D-Stadtmodell

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Die Beschreibung der Hochhaus-Pläne am Alexanderplatz im Detail lesen Sie hier.