Historisches Zentrum

Marx-Engels-Forum könnte Weltgarten werden

Was aus den Flächen im historischen Zentrum werden soll, wird viel diskutiert. Nun gibt es einen Vorschlag für das Marx-Engels-Forum.

Was aus der Fläche rund um die Marx- und Engels-Statue wird ist noch offen (Archiv).

Was aus der Fläche rund um die Marx- und Engels-Statue wird ist noch offen (Archiv).

Foto: Markus Schreiber / dapd

Berlin. Noch ist das Marx-Engels-Forum eine Baustelle. Doch was mit der Fläche mitten im historischen Zentrum in Zukunft wird, ist derzeit noch offen. Geht es nach der Stiftung Zukunft Berlin, wird dort einmal ein Weltgarten entstehen. Die Stiftung ist mit der aktuellen Situation mehr als unglücklich. Die Grünflächen seien heruntergekommen, das Spreeufer vernachlässigt, heißt es.

Eine neue Gestaltung muss her. Doch sie solle nicht isoliert sein, sondern als Bindeglied mit den umliegenden Flächen zusammengedacht werden, insbesondere mit dem noch im Bau befindlichen Humboldt Forum.

„Wenn das Humboldt-Forum die Vielfalt der Kulturen zeigen soll, dann könnte man zeigen, welche Flora und Fauna der Welt sich in den Teilen der Welt entwickelt hat“, sagt Stefan Richter, geschäftsführender Vorstand der Stiftung. Das Forum würde in gewisser Weise zur Verlängerung des neuen Museumsbaus.

Weltgarten sollte Lehrgarten sein

Einen Garten hält Richter an der Stelle für passend, auch aus historischer Sicht. „Neben dem Schloss war der erste Kräuter- und Arzneigarten“, sagt Richter. Nachdem sich dieser zunächst Richtung Lustgarten ausgedehnt habe, zog er später um und wurde zum botanischen Garten in Dahlem. Gerade einen solchen möchte die Stiftung nicht in Mitte etablieren. „Einen botanischen Garten brauchen wir nicht.“


Der Weltgarten solle viel eher ein Lehrgarten sein. „Es soll nicht nur ein Ort, an dem man sich gerne aufhält und grün genießen kann, sondern wo man auch Funktionen von Pflanzen zeigen kann und „technisches Grün“ zeigen kann“, so Richter. Darunter versteht er Themen wie Klimaschutz, sauberes Wasser oder Ernährungssicherheit. Zeigen könne man dies etwa über eine Regenwasserbewässerung der Anlage.

Frage, welche Pflanzen in Frage kommen

Noch stehen die Überlegungen der Stiftung jedoch am Anfang. Auch deshalb fand am Dienstag ein Werkstattgespräch mit Wissenschaftlern und anderen Initiativen statt. Die Frage etwa, welche Pflanzen dort stehen sollten, ist noch offen. „Es sind Bäume, die wir neu testen müssen“, sagte Hartmut Balder, Professor für Stadtgrün an der Beuth-Hochschule dem RBB. „Wenn wir Pflanzen aus aller Welt holen, können wir schauen, ob sie unter hiesigen Bedingungen auch wachsen.“


Einen anderen Schwerpunkt setzt hingegen Theresa Keilhacker von der Initiative „Offene Mitte Berlin“. „Wir würden gerne an das anknüpfen, was schon da ist, aber der Park ist schlecht gepflegt.“ Keilhacker stellt sich eher einen Park vor, vielleicht einen Stadtgarten. Es müsse jedoch nicht gleich einen „Welt“-Bezug geben.


Die Unterschiedlichen Positionen will die Stiftung Zukunft Berlin nun weiter sammeln. Ziel: Wenn im kommenden Jahr der Wettbewerb für die Gestaltung des gesamten Gebiets startet, will die Stiftung ihre Vorstellung dort vertreten. „Wir denken, dass es Richtlinien geben muss“, sagt Richter. Im Idealfall nach den Vorstellungen der Stiftung.