Verkehr in Berlin

Falschparker: Radweg an der Turmstraße soll umgebaut werden

Ständig parken Falschparker den Radstreifen in der Turmstraße zu. Der Bezirk Mitte will ihn deshalb verlegen.

Falschparker blockieren auf der Turmstraße häufig den Radstreifen.

Falschparker blockieren auf der Turmstraße häufig den Radstreifen.

Foto: Christian Latz / BM

Berlin.  Wer öfter mit dem Fahrrad auf der Turmstraße unterwegs ist, kennt das Problem. Ständig parkt auf dem Radstreifen ein Auto oder Lieferwagen. Radfahrer müssen unweigerlich auf die Spur der Autos wechseln, um die Hindernisse zu umfahren.
„Der Radstreifen ist ständig zugeparkt. Das führt zu gefährlichen Situationen“, sagt Johannes Schneider, verkehrspolitischer Sprecher der Grünen-Fraktion im Bezirk.

Die Grünen fordern aktuell in einem Antrag, den Radschutzstreifen auf der Turmstraße zwischen Stromstraße und Beusselstraße prioritär zu einer Protected-Bike-Lane mit Pollern auszubauen. Sollte das kurzfristig nicht gehen, würden sich die Grünen auch zunächst mit weniger zufrieden geben. „Es ist zu prüfen, ob man die Straße temporär einfärbt“, sagt Schneider.

Bezirk Mitte will Position von Radweg und Parkstreifen tauschen

Mit der Situation ist man auch im Bezirksamt Mitte unzufrieden. Verkehrsstadträtin Sabine Weißler (Grüne) will deshalb die Positionen von Radweg und daneben liegendem Parkstreifen tauschen. Der Radweg wäre dadurch vom fließenden Verkehr abgeschirmt und könnte auch nicht mehr von Kurzparkern für einen Halt genutzt werden.

„Wir prüfen, ob das kurzfristig möglich ist“, sagte Weißler der Berliner Morgenpost. Derzeit liefen dazu Gespräche mit der von Verkehrssenatorin Regine Günther (parteilos, für Grüne) geführten Senatsverwaltung für Umwelt, Verkehr und Klimaschutz. Dabei müssten auch Haltestellen für den Lieferverkehr sichergestellt werden.
Ob die Maßnahme durchgeführt werden kann, ist jedoch noch unklar. Denn auf der Turmstraße stehen in den kommenden Jahren ohnehin durch den Bau der Straßenbahn größere Arbeiten an, die das Erscheinungsbild der Straße verändern werden.

Durch Tramstrecke auf der Turmstraße fallen Parkplätze und Fahrspuren weg

Zunächst erhält die Turmstraße zwischen Rathenower Straße und U-Bahnhof Turmstraße mittig statt des Grünstreifens eine Straßenbahntrasse. „In der Planung sind deutliche Verbesserungen für den Radverkehr enthalten - das ist jetzt Standard bei uns“, sagte Jan Thomsen, Sprecher der Verkehrsverwaltung. Auf den einzigen bisher einsehbaren Plänen aus dem November 2017 ist jedoch weiterhin lediglich ein Radschutzstreifen zwischen Fahrstreifen und Parkplätzen zu sehen – nun jedoch eingefärbt.
Deutlich wird dafür, dass die Pläne zu Lasten des Autoverkehrs gehen werden. Im Bereich der Tramhaltestellen verschwinden die Parkplätze komplett. Zudem wird die Fahrbahn auf eine Spur je Richtung reduziert, wie es im westlichen Teil der Turmstraße bereits heute der Fall ist.

Umbau der Turmstraße soll bis 2024 abgeschlossen sein

Der Streckenabschnitt der M10 soll bis 2021 fertig sein. Davon geht die Senatsverkehrsverwaltung weiterhin aus. „Derzeit ist eine Eröffnung noch in dieser Wahlperiode möglich“, sagte Thomsen. Ähnlich äußerte sich BVG-Sprecherin Petra Nelken. „Wenn das Wetter mitspielt, werden wir 2021 fertig.“

Anschließend wird die westliche Turmstraße umgebaut. Dort soll die Tram bis 2024 rollen und in Richtung Mierendorfplatz und Bahnhof Jungfernheide führen. Auch hier wird dies nicht ohne den Wegfall von Parkplätzen auskommen.

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